Die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) hat im vergangenen Jahr 1004 antisemitische Vorfälle registriert. Davon waren 17 Angriffe, 43 Sachbeschädigungen, 51 Bedrohungen, 770 Fälle verletzenden Verhaltens und 123 antisemitische Massenzuschriften, wie am Montag mitgeteilt wurde. 2019 hatte es insgesamt 881 antisemitische Vorfälle gegeben, im Jahr davor lag die Zahl bei 1085.

Verschwörungsmythen und Holocaust-Verharmlosungen

Fast 20 Prozent (186) der registrierten antisemitischen Vorfälle habe im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestanden. Oft sei es auch bei Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen zu solchen Vorfällen gekommen, etwa durch die Verbreitung von antisemitischen Verschwörungsmythen, Täter-Opfer-Umkehrungen und Holocaust-Verharmlosungen. Die Zahl antisemitischer Gewaltvorfälle sei hingegen im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen.