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Erstes Bild vom Gelege wird prämiert

Adler-TV im Sielmann-Informationszentrum auf dem Fischerhof K÷llnitz: Stiftungsmitarbeiter Uli Simmat gibt einen Exkurs in die Lebensweise des Fischadlers. ▄ber dem Horst, in dem das Weibchen sitzt, fliegt gerade ein Kolkrabe. Foto: MOZ/Karl-Heinz Arendse
Adler-TV im Sielmann-Informationszentrum auf dem Fischerhof K÷llnitz: Stiftungsmitarbeiter Uli Simmat gibt einen Exkurs in die Lebensweise des Fischadlers. ▄ber dem Horst, in dem das Weibchen sitzt, fliegt gerade ein Kolkrabe. Foto: MOZ/Karl-Heinz Arendse © Foto:
Iris Stoff / 18.04.2009, 08:43 Uhr
Groß Schauen () Im Info-Zentrum der Heinz Sielmann Stiftung auf dem Fischerhof Köllnitz haben sich am Freitag Unterstützer des Fischadler-Projektes versammelt, um die Daumen für den Fischadler-Nachwuchs zu drücken. Eigentlich sollten ja schon zwei bis vier Eier in dem Internet-Horst zu sehen sein. Aber ganz so eilig hatte es das Eltern-Pärchen dann wohl doch nicht.

"Seit mehr als 24 Stunden hat sich das Fischadler-Weibchen kaum vom Platz bewegt, der große Moment könnte also jede Minute eintreten." - Mit diesen Worten eröffnete Boris Preckwitz, der Pressesprecher der Sielmann Stiftung, die kleine Runde vor dem Monitor im Sielmann-Informationszentrum auf dem Fischerhof Köllnitz. Auf diesem Bildschirm können Besucher das Leben im Fischadlerhorst live verfolgen. Möglich macht dies eine von dem Unternehmen e.discom gesponserte Kamera, die hoch oben auf einem Strommast von E.ON edis am Schauener See angebracht ist. Die Bilder werden außerdem direkt ins Internet übertragen und sind auf der Seite www.sielmann-stiftung.de zu betrachten. Außerdem ist das "Fischadler-TV" auf den Fernsehgeräten in den Zimmern des Hotels auf dem Fischerhof zu empfangen.

2008 wurden in dem Horst zwei Junge aufgezogen, im Jahr zuvor hatte sich ein noch junges unerfahrenes Paar das Gelege von einer Nebelkrähe plündern lassen. Seit das "Adler-Fernsehen" im Jahre 2005 eingerichtet wurde, sind in dem Horst sieben Junge bis zum Flüggewerden begleitet worden. Nun ist man gespannt, wie sich das Brutgeschäft in diesem Jahr entwickeln wird.

Doch das Ereignis, welches gestern noch das i-Tüpfelchen auf dem Pressetermin gewesen wäre, trat dann doch nicht ein. Das Fischadlerweibchen tat den Wartenden nicht den Gefallen, vor laufender Kamera das erste Ei zu legen. Dies tat der Sache jedoch keinen Abbruch. Es war trotzdem spannend zu beobachten, was da in dem Fischadlerhorst so passierte. Das Weibchen saß im Nest, ab und zu flog das Männchen heran und beide balzten ausgiebig. Zwischendurch ließ sich ein Kolkrabe blicken und nahm in der Nähe des Horstes Platz. Er beeindruckte die Fischadler allerdings überhaupt nicht.

Uli Simmat, Projekt-Mitarbeiter der Sielmann Stiftung, gab den Anwesenden einen kleinen Exkurs in die Lebensweise des Fischadlers, dessen Population sich inzwischen wieder gut erholt hat, nachdem er kurz vor dem Aussterben war. Das dichteste Vorkommen in Deutschland gibt es heute in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. In Brandenburg leben 400 Paare. "Das sind so viele", so Uli Simmat, "dass pro Jahr etwa zwölf entnommen werden für ein Wiederansiedlungsprojekt in Spanien." Eigentlich sei der Fischadler ein Baumbrüter, doch im Jahr 1937 habe er sich erstmals auf einem Strommast niedergelassen und erkannt, "dass Gittermasten doch auch ganz gute Bäume sind." Mittlerweile, so Uli Simmat, brüten 70 Prozent der Fischadler auf Strommasten. Über 100 Nisthilfen hat der Stromversorger E.ON edis auf seinen Strommasten in Brandenburg installiert. "Und wir werden uns auch in Zukunft für den Natur- und Artenschutz engagieren", betonte Kerstin Michulitz von der E.ON edis Unternehmenskommunikation. "Dabei werden wir die seit Jahren bewährte Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung in Groß Schauen sehr gerne fortsetzen." Für das erste Bild des Geleges werde die Heinz Sielmann Stiftung jetzt einen Sonder-Preis ausloben, kündigte Pressesprecher Boris Preckwitz gestern an. Wem zuerst über die Internetseite www.sielmann-stiftung.de eine Bildschirmfotografie mit den Adler-Eiern gelingt, und wer diese per E-Mail an die Stiftung einsendet, erhält ein Exemplar der Heinz Sielmann DVD "Galápagos" und einmal für die ganze Familie freien Eintritt im Schaugehege der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide bei Elstal am Rande von Berlin. Die ersten drei Einsendungen im April mit Gelege-Motiv werden prämiert.

Und so geht die Wettbewerbsteilnahme: 1. Einfach mit der rechten Maustaste auf das aktuelle Bild der Webcam klicken; 2. Bild herunterladen und an die Adresse fischadler@sielmann-stiftung.de schicken.

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