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Gänsebraten für die Ärmsten: Frank Zanders Obdachlosenfest

Frank Zander
Frank Zander © Foto: dpa
dpa / 22.12.2014, 07:19 Uhr
Berlin (dpa) Für viele Berliner Obdachlose ist es das Fest des Jahres: Heute lädt Entertainer Frank Zander wieder zur traditionellen Weihnachtsfeier mit Showprogramm und Gänsebraten ins Estrel Hotel im Berliner Bezirk Neukölln. Dieses Jahr wird mit rund 2800 bedürftigen Gästen gleich ein rundes Jubiläum mitgefeiert. Zum 20. Mal organisiert Zander das große Fest für verarmte Berliner, seit Jahren traditionell gemeinsam mit dem Diakonischen Werk, der Caritas und vielen Sponsoren. Clou des Konzepts ist, dass Prominente nicht nur beim Unterhaltungsprogramm mitwirken, sondern auch das Festessen servieren. Für Montag haben neben anderen Sängerin und Schauspielerin Nina Hagen und Ex-Boxer Axel Schulz zugesagt.

Die gute Nachricht ist, dass Entertainer Zander (72) bei seiner Feier auch dabei ist. Vorher war er krank. "Aber das war nichts Ernstes, er kommt auf jeden Fall", sagte eine Sprecherin des Organisationsteams. Doch schon ist auch die Enttäuschung groß. Denn die Einlassbändchen für das beliebte Fest waren alle bereits am 17. Dezember vergeben. Wer eines haben wollte, musste lange dafür anstehen. "Wir bekommen jetzt viele Anrufe von traurigen Leuten, die leer ausgegangen sind", ergänzte die Sprecherin. "Viele Menschen freuen sich das ganze Jahr auf diese Feier." Doch mehr als 2800 Gäste fänden keinen Platz.

Als prominente Gäste oder Kellner haben unter anderen die Schlagersänger Jürgen Drews und Semino Rossi, DJ Andy Moor, Entertainer Wolfgang Lippert und die Schauspieler Herbert Köfer (93) und Ursula Karusseit (75) zugesagt. Kommen wollen auch Politiker, darunter Gregor Gysi (Linke), Innensenator Frank Henkel (CDU) und Kulturstaatssekretär Tim Renner.

In Berlin leben nach Schätzungen mehr als 2000 Menschen dauerhaft auf der Straße. Die Liste der Bedürftigen, die im Winter in den Notunterkünften der Hauptstadt Hilfe suchen, wird immer länger. Zu den Obdachlosen aus Deutschland und Osteuropa kommen Arbeitsmigranten und Menschen ohne Papiere. Das kann in den Unterkünften mit ihren insgesamt rund 500 Schlafplätzen zu Spannungen führen. Doch für einen Nachmittag sind fast alle Probleme bei Gänsebraten und Rotkohl vergessen.

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