Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wiedersehen mit der großen Defa-Familie

Freunde im Gespräch: Dokumentarfilmer Winfried Junge (l.) und Spielfilmregisseur Herrmann Zschoche.
Freunde im Gespräch: Dokumentarfilmer Winfried Junge (l.) und Spielfilmregisseur Herrmann Zschoche. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 20.11.2016, 17:34 Uhr
Berlin (MOZ) Die 16. Preisverleihung der Defa-Stiftung stand am Freitagabend ganz im Zeichen des 70. Gründungsjubiläums der ostdeutschen Filmschmiede. Ausgezeichnet wurden Regisseur Herrmann Zschoche, die Filmkritiker und Programmmacher Erika und Ulrich Gregor sowie Regisseur Thomas Stuber. Die Programmpreise gingen an das "Kinderfilmfest" in Brandenburg und das Projekt "Filmernst", an die Homunkulus Figurensammlung auf der Insel Hiddensee sowie an Horst Peter Koll, Filmkritiker und Chefredakteur der Zeitschrift "film-dienst".

Zschoche, der am Freitag 82 Jahre alt wird und für sein künstlerisches Lebenswerk geehrt wurde, gehört zu den produktivsten und erfolgreichsten Filmemachern in der DDR. Seine Kinder- und Jugendfilme sowie seine kritischen Gegenwartsdramen wie "Karla", "Liebe mit 16", "Sieben Sommersprossen", "Bürgschaft für ein Jahr" sowie "Und nächstes Jahr am Balaton" haben ganze Generationen bewegt.

Die von Kritiker Knut Elstermann moderierte Gala präsentierte sich als großes Defa-Familientreffen der Regisseure, Schauspieler und Kritiker. Das Jubiläum war zudem Anlass für viele Rückblicke. Dokumentarfilmer Winfried Junge ("Die Kinder von Golzow") etwa erinnerte sich an die Anfangsjahre, als er mit Zschoche, der sich für das Spielfilmmetier entschieden hatte, erste Erfahrungen sammelte: "Ich hatte einen Pitty-Motorroller. Und Herrmann, der aus Dresden kam, hatte sich eine 16-Millimeter-Kamera besorgt, mit der er kleine Beiträge für die "Aktuelle Kamera' drehte. So sind wir zusammen durch die DDR gefahren - zu Themen wie Kindergarten-Einweihungen, Frühling in Berlin und ähnlichen."

Das Publikum freute sich ebenso über ein Wiedersehen mit Schauspielern der Zschoche-Filme, darunter Jutta Hoffmann ("Karla"), Kareen Schröter  ("Sieben Sommersprossen") und Herbert Köfer ("Liebe mit 16"), sowie mit Musikern wie Veronika Fischer ("Liebe mit 16"), Peter Gotthardt sowie Günther Fischer ("Glück im Hinterhaus", "Die Alleinseglerin").

Erika und Ulrich Gregor wurden als Mitbegründer der "Freunde der deutschen Kinemathek", des Kinos "Arsenal" sowie des "Internationalen Forums des Jungen Films" der Berlinale geehrt. Ulrich Gregor schilderte auf amüsante Weise seine ersten Begegnungen mit dem DDR-Filmschaffen. Wegen der "Kinder von Golzow" habe man zeitweise das Berlinale-Forum des Jungen Films schon in "Forum der Junge-Filme" umgetauft.

Defa-Stiftungsvorstand Ralf Schenk nutzte die Preisverleihung für ein leidenschaftliches Plädoyer zur Digitalisierung des Filmerbes. In naher Zukunft werden 35-mm-Kopien von Defa-Filmen aus dem Alltag verschwinden. Damit die Defa-Produktionen aber weiterhin präsent bleiben und in modernen Medien, zum Beispiel in Onlineportalen, verfügbar sind, müssen die alten Filmmaterialien aufwendig bearbeitet und digitalisiert werden. Der Filmstock umfasst rund 12 000 Filme.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG