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Unternehmen eröffnet Ticketshop am Alexanderplatz / Betreiber verhandeln über Stopp am Ostkreuz

Vor der Busreise in die Lounge

Flixbus-Mitarbeite Gerold Clasen
Flixbus-Mitarbeite Gerold Clasen © Foto: MOZ
Maria Neuendorff / 28.03.2017, 20:33 Uhr
Berlin (MOZ) Lange Zeit standen Fernbusreisende am Alexanderplatz im Regen. Am Dienstag eröffnete nun Flixbus einen Shop mit Café-Lounge. Langfristig hoffen die Reiseunternehmen aber auf einen neuen Fernbusbahnhof am Ostkreuz.

Sie konnten einem manchmal schon leidtun, die Reisenden, wie sie da so ungeschützt und irgendwie verloren auf den Bus warteten. Auf der zugigen Betonfläche gegenüber dem Park-Inn-Hotel schützt keine Scheibe vor Wind, kein Baum vor Hitze und kein Dach vor Regen. Seit Dienstag gibt es für Fahrgäste nun einen komfortablen Unterschlupf. Zwischen "Knutschfleck"-Cocktailbar und Sport-Tiedje hat das sogenannte "Flixbus-Café" eröffnet. Wer eintritt, kann an drei neuen Countern nicht nur Tickets ordern. Auch Sandwiches, Snacks und Cappuccino sind im hinteren, etwas cool angehauchten Lounge-Bereich zu haben. Dort können es sich Fahrgäste zwischen schwarz gekachelten Wänden und unter unbekleideten Rohren auf grünen Sesseln gemütlich machen. Die Toilette und touristischen Auskünfte sind inklusive.

"Das Konzept ist bisher einzigartig", sagt Gerold Clasen. Vor Kurzem hat der Mitarbeiter in dem grünen Firmen-T-Shirt noch im Flixbus-Shop am Zentralen Omnibus in Charlottenburg gearbeitet. "Dort haben die Leute häufig nach einem Schalter im Osten der Stadt gefragt", berichtet der Marzahner. Auch für ihn persönlich haben sich die Wege mit der Neueröffnung verkürzt.

Die grünen Busse halten dagegen schon seit fast drei Jahren am Alexanderplatz. Monatlich verzeichnet das florierende Unternehmen inzwischen bis zu 60 000 Fernbusreisende an dem Knotenpunkt in Mitte. Bisher konnte man dort die Tickets allerdings nur kurz vor der Anfahrt direkt beim Fahrer und ohne Rabatte ordern. In dem neuen Shop, der täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet hat, kommen Kunden auch in den Genuss der günstigen Online-Preise. So geht es je nach Auslastung schon ab acht Euro nach Hamburg und Leipzig, ab 19 Euro nach Prag oder an die Ostsee. Vor Kurzem erst hat das boomende Unternehmen, das insgesamt 1000 Ziele in 20 Ländern anbietet, auch einen Halt in Berlin-Wannsee eröffnet. Zudem soll auch Potsdam wieder angeschlossen werden, kündigt Unternehmens-Sprecher Martin Mangiapia an.

Neben innerdeutschen Metropolen will man in Zukunft aber auch vermehrt kleine Orte an das Netz anschließen. In Brandenburg halten die grünen Busse neben Cottbus und Spremberg unter anderem auch schon in Nassenheide, Teschendorf, Löwenberg, Gransee, Alt-Lüdersdorf und Fürstenberg.

Aus der deutschen Hauptstadt soll es ab 6. April auch vermehrt nach Skandinavien gehen. Ebenfalls neu sind Direktverbindungen nach Maastrich und Budapest. "Berlin ist mit Abstand der wichtigste Fernbusstandort in Deutschland", sagt Mangiapia.

Trotzdem sind die zwei Haltestellen am Alexanderplatz bisher immer noch die östlichsten der Stadt. Seit Längerem verhandelt das Berliner Unternehmen, das 2012 noch unter dem Namen "Mein Fernbus" gegründet wurde, über einen weiteren Fernbusbahnhof am Ostkreuz. "Politik, Stadt und Fernbusbetreiber befinden sich dazu bereits in guten Gesprächen", verrät Mangiapia.

Auch um die Haltestelle an der Alexanderstraße hatte es nach der Liberalisierung des Fernbusverkehrs 2013 lange Diskussionen gegeben. "Inzwischen ist sie gar nicht mehr wegzudenken", sagte Sebastian Czaja. Der Vorsitzende der Berliner FDP-Fraktion wünscht sich sogar noch weitere Standorte beispielsweise in Pankow und Schöneweide. Allerdings könne man die umweltfreundliche und soziale Form von Mobilität auch ausbremsen, sagte der Politiker mit Blick auf die von der SPD gefährdete Fernbus-Maut. "Die Einführung wäre ein großer Fehler, weil die Fahrpreise um 15 Prozent steigen würden."

Besonders erfreut zeigte sich Czaja entgegen über die Ankündigung von Flixbus, ab 6. April 13 Direktverbindungen aus deutschen Städten zum Flughafen Tegel anzubieten. Mithilfe eines Volksbegehrens versucht seine Partei derzeit, die Schließung des innerstädtischen Airports zu verhindern.

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