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Pfleger-Streik an der Charité ab Montag

dpa / 13.09.2017, 18:32 Uhr
Berlin (DPA) Der Fachkräftemangel in der Pflege ist inzwischen Thema im Bundestagswahlkampf. Die Charité erlebt schon länger, was das heißt. Nach dem im Vorjahr noch gefeierten Abschluss eines Tarifvertrags macht die Gewerkschaft weiter Druck.

An der Berliner Charité ist das Pflegepersonal in der nächsten Woche zu einem mehrtägigen Streik aufgerufen. Am Montag gehe es los, sagte Verhandlungsführerin Meike Jäger von der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch auf Anfrage. Am Dienstag sei auch mit Stationsschließungen zu rechnen. Wie lang der Streik dauern soll, wollte Jäger noch nicht sagen. Der ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, geht davon aus, dass geplante Operationen ausfallen müssen und alle Standorte des Klinikums betroffen sein werden. Er sagte, er bedauere, dass der Streit auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werde.

Zuletzt waren Charité-Pfleger am 8. August in den Warnstreik getreten, 40 Operationen fielen aus. Hintergrund ist der 2016 abgeschlossene Tarifvertrag, der einen Personalzuwachs und Mindestbesetzungen auf Stationen vorsah. Verdi hat den Vertrag wegen Mängeln bei der Umsetzung auslaufen lassen und drängt auf eine Weiterentwicklung.

Die Charité schließt das Festschreiben einklagbarer Soll-Schichtbesetzungen allerdings aus, wie Frei sagte. Die Verdi-Forderung sei im Alltag nicht praktikabel, eine derartige Regelung gebe es bundesweit an keinem Krankenhaus. Man sei "jederzeit bereit", den Tarifvertrag wieder in Kraft zu setzen. Verdi geht es nach Angaben Jägers darum, bei bekannter Unterbesetzung schneller gegensteuern zu können.

Frei erklärte, die Charité arbeite kontinuierlich an der Besetzung offener Stellen, in gut 270 Fällen sei das seit Juli 2014 neben der üblichen Fluktuation bereits gelungen. Allein auf Normalstationen fehlten aber noch 80 Kräfte, weitere 50 auf Intensivstationen. Inzwischen sei in Nachtschichten aber kein Pfleger mehr allein für eine Station zuständig. Aus der Klinik hieß es weiter, mehrere Maßnahmen zur Personalakquise seien gestartet - selbst in Mexiko versuche man, Pflegekräfte anzuwerben.

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