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Wald
Bäume etwas stärker geschädigt - Sorgen nach "Xavier" und "Herwart"

Bäume
Bäume © Foto: dpa
dpa / 07.12.2017, 18:19 Uhr
Berlin (dpa) Saurer Regen? Waldsterben? Mit diesen Sorgen ist es in Berlin seit Jahren vorbei. Der Wald hat sich erholt. Und doch zeigen aktuelle Ergebnisse und Ereignisse die Grenzen der Belastbarkeit.

Bis zu den Herbststürmen habe alles ganz gut ausgesehen: Zum Zustand des Waldes hat Berlins Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) eine gemischte Bilanz gezogen. Angesichts deutlicher Schäden durch "Xavier" und "Herwart" habe der Wald in Berlin ein schwieriges Jahr hinter sich, sagte Günther am Donnerstag bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2017. Darin sind die Sturmschäden noch nicht berücksichtigt. Aus dem Bericht allein geht ein relativ guter Zustand hervor, allerdings mit etwas mehr Schäden im Vergleich zum Vorjahr.

Als Grund wird die Trockenheit der Jahre 2015 und 2016 angeführt. Insbesondere die Eichen litten: Gut ein Drittel weist deutliche Schäden auf - damit gilt eine Regeneration als extrem schwer. Auch insgesamt nahm die Waldfläche mit deutlichen Schäden leicht zu: von 11 Prozent auf 15 Prozent. Der Bericht erscheint seit 1991 und zeigte seit 2006 relativ kontinuierliche Verbesserungen. In den Jahren zuvor war mit rund 40 Prozent geschädigten Flächen der Höhepunkt erreicht gewesen. Ob es aktuell eine Trendwende sei, sei noch unklar, sagte Günther.

Nach den Stürmen "Xavier" und "Herwart" im Oktober seien wichtige Waldwege jetzt wieder frei, sagte Günther. Trotzdem sei in Wäldern noch Vorsicht geboten. Mindestens 46 000 Waldbäume und mindestens 10 000 Straßenbäume seien umgestürzt oder stark geschädigt worden. Zum Ausgleich der Sturmschäden bei Straßen- und Parkbäumen sollen in den Jahren 2018 und 2019 je drei Millionen Euro aus Landesmitteln kommen, kündigte die Umweltverwaltung an. Das Geld solle zusätzlich zu bestehenden Baumprojekten von Land und Bezirken fließen.

Die Natur bescherte dem Wald dieses Jahr aber nicht nur Negatives: Der regenreiche Sommer sei ein Segen für den Wald gewesen, sagte Derk Ehlert aus der Umweltverwaltung der Deutschen Presse-Agentur.

Nachdem die Sorge zu Beginn der Erhebungen etwa dem sauren Regen galt, geht es heute darum, den Wald zu wappnen für die erwartete Klimaerwärmung und für zunehmende Wetterextreme. Erstrebenswert gilt Mischwald: In Kiefernwäldern etwa werden deshalb vermehrt Laubbäume gepflanzt. Allein in diesem Jahr seien mehr als 400 000 Bäume zusätzlich gepflanzt werden, erklärte Günther. Noch sind Kiefern in Berlin am häufigsten, vor Eichen und anderen Laubbäumen.

Der Bericht basiert auf Stichproben von knapp 1000 Bäumen. Experten beurteilen unter anderem die Kronen: je kahler, desto größer der Schaden. Berlins Stadtfläche ist laut Angaben zu knapp einem Fünftel mit Wald bedeckt. Es seien nicht nur wichtige Erholungsorte, sondern es sei auch eine "natürliche Klimaanlage" der Hauptstadt, so Günther.

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