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Präsident verteidigt Geheimdienst-Neubau in Berlin

Zahlreiche Lampen, Überwachungskameras und Zäune sichern in Berlin den Neubau des Bundesnachrichtendienstes (BND). 700 Beamte und Angestellte des Ausland-Geheimdienstes arbeiten bereits in dem riesigen Neubau.
Zahlreiche Lampen, Überwachungskameras und Zäune sichern in Berlin den Neubau des Bundesnachrichtendienstes (BND). 700 Beamte und Angestellte des Ausland-Geheimdienstes arbeiten bereits in dem riesigen Neubau. © Foto: dpa/Paul Zinken
dpa / 12.01.2018, 18:11 Uhr
Berlin (dpa) Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat seinen heftig kritisierten Neubau in Berlin gegen Vorwürfe der Hässlichkeit und Überteuerung verteidigt. Bruno Kahl, seit 2016 BND-Präsident, sagte im "Spiegel" (Samstag): "Für mich als Dienstchef ist ein solcher Hauptsitz ein Glücksfall."

Die neue Zentrale sei auch für "andere Nationen ein Statement, und das besagt: Dieser Dienst ist seinem Land, seiner Regierung diese Architektur wert". Statt geplanter 720 Millionen Euro kostete der Bau laut Kahl nun knapp 1,1 Milliarden Euro. Dazu kämen noch 400 Millionen Euro für Ausstattung und Umzug.

Der Architekt Jan Kleihues erklärte im "Spiegel", er habe einen Verwaltungsbau geschaffen. Gleichzeitig verwies er auf eine reflektierende Oberfläche der Außenwände: "Die Farbe wechselt von einem eher bösen Nato-Grün bis hin zu Champagnergold."

700 Beamte und Angestellte des Ausland-Geheimdienstes arbeiten bereits in dem riesigen Neubau in der Berliner Innenstadt. Insgesamt sollen es künftig mehr als 4000 Mitarbeiter dort sein. Der Umzug von Pullach in Bayern nach Berlin erfolgt in diesem Jahr - wegen Pfusch und Technikproblemen mit fünf Jahren Verzögerung.

Das BND-Quartier hat 5000 Räume und 200 000 Quadratmeter und steht auf einem 14 Fußballfelder großen Gelände. Der gesichtslose Büro-Komplex aus zahlreichen Längs- und Querbauten mit 14 000 schmalen Fenstern im Stil einer Schießscharten-Architektur wurde immer wieder kritisiert.

Der Grünen-Abgeordnete Christian Ströbele nannte ihn "mächtig, riesig, hässlich und ungeheuer teuer", andere sprachen von einer Festung. In der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag) hieß es, die "Rasterfassade", die auch das neue Innenministerium und andere Neubauten rings um den Hauptbahnhof sowie zahllose weitere Bürogebäude präge, habe sich "zum heimlichen Wahrzeichen der Hauptstadt entwickelt - und zu ihrem architektonischen Fluch".

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