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Bericht
Behörde sieht stabilen Waldzustand – aber Jungbäume mit Dürre-Problem

Umgekippte Bäume liegen in einem Waldgebiet. Der Bericht informiert über den aktuellen Gesundheitszustand der Berliner Waldbäume und lässt Rückschlüsse auf die Schadstoffeinträge und Klimaveränderungen zu.
Umgekippte Bäume liegen in einem Waldgebiet. Der Bericht informiert über den aktuellen Gesundheitszustand der Berliner Waldbäume und lässt Rückschlüsse auf die Schadstoffeinträge und Klimaveränderungen zu. © Foto: dpa/Ralf Hirschberger
dpa / 18.12.2018, 15:00 Uhr
Berlin (dpa) Trotz einer Zunahme leichter Baumschäden sieht die Berliner Umweltverwaltung einen „weitgehend stabilen“ Zustand der Wälder.

„Der Zustand des Waldes hat sich geringfügig verschlechtert, aber die deutlichen Schäden sind nicht weiter angestiegen“, sagte Umweltstaatssekretär Stefan Tidow (Grüne) am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2018.

Zu Beginn der 2000er-Jahre seien die Wälder noch in deutlich schlechterem Zustand gewesen. Wie Tidow weiter betonte, gab es aber bei neu gepflanzten Jungbäumen, die nicht Teil des Berichts sind, hohe Verluste wegen der Dürre.

Wie schon am Montag bekannt geworden war, gelten inzwischen noch 27 Prozent der Waldflächen als frei von Schäden, ein Minus von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahresbericht. Es ist nach einer Regeneration das zweite Jahr in Folge mit Abwärtstendenz. Als deutlich geschädigt gelten unverändert 15 Prozent der Flächen.

Zahlreiche deutliche Schäden weist Berlins häufigster Laubbaum auf, die Eiche: Der Wert wuchs um fünf Prozentpunkte auf 39 Prozent an – Tidow sprach von „durchaus intensiveren Reaktionen“ auf diesen Sommer. Für den Bericht begutachten Experten stets im Sommer stichprobenartig große, tief verwurzelte Bäume, etwa in Hinblick auf die Dichte der Kronen.

Tidow betonte, dass es die vergangenen zwei Jahre in sich gehabt hätten: Die Folgen von 2017 mit Starkregen und Stürmen seien aber weitestgehend aufgearbeitet. Die Folgen der diesjährigen Trockenheit seien voraussichtlich erst in den kommenden Jahren abschließend zu beurteilen. Zu erwarten sind laut Berliner Forsten ähnliche Effekte wie nach dem Extremsommer 2003, von dem sich die Bäume erst nach und nach wieder erholten. Solche Ereignisse können bei älteren Bäumen zehn Jahre nachwirken, hieß es.

Berlins muss unterdessen bei den Bemühungen, reine Kiefernwälder besser zu durchmischen, einen Rückschlag verkraften. Bei den 385 000 im Herbst 2017 gepflanzten Jungbäumen sei ein Verlust von 75 Prozent zu beklagen, sagte Tidow. „Weil die Bäume einfach zu klein waren und noch nicht so gut verwurzelt.“ 2019 sollen laut Berliner Forsten 300 000 Sämlinge nachgepflanzt werden. Und auch im Herbst 2018 seien trotz anhaltender Trockenheit 400 000 Stück gesetzt worden.

Mit dem sogenannten Mischwaldprogramm verfolgt Berlin das Ziel, bis 2050 den Anteil an Laubbäumen von aktuell 35 auf 60 Prozent zu steigern. Das soll der Trinkwassersicherung dienen, weil bei Laubbäumen wesentlich mehr Wasser versickere als bei Nadelbäumen - unter anderem, weil sie im Winter kahl sind und das Wasser so direkt in den Boden gelangt. In den Jahren 2012 bis 2018 wurden nach den Angaben bereits etwa 2,3 Millionen Laubbäume gepflanzt.

Mischwald soll auch weniger anfällig sein für Waldbrände, Schädlinge und Sturmschäden. Die Berliner Forsten sehen Berlin dabei aktuell bereits im Vorteil im Vergleich zu Brandenburg. Dort ist der Waldzustandsbericht noch nicht veröffentlicht – für Mittwoch ist die Präsentation angekündigt.

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