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Erlebnis-Ausstellung
Bei Rauschs im Café: "Gute Schokolade muss knacken"

Maria Neuendorff / 15.03.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 15.03.2019, 15:12
Berlin (MOZ) Seit 101 Jahren stellt Rausch in Berlin feinste Pralinen her. In einer Erlebnisausstellung im firmeneigenen Café am Gendarmenmarkt will das Familienunternehmen künftig Besucher in die Kakao-Plantagen nach Costa Rica entführen und selbst Schokolade herstellen lassen.

Ein Erlebnis ist der Besuch im Schokoladenhaus von Rausch schon jetzt. Im Erdgeschoss lässt die längste  Pralinen-Theke der Welt das Wasser im Munde zusammenlaufen. Auf 30 Metern reihen sich dort rund 200 verschiedene Sorten aneinander- von Mandel-Nougat, über Toffee-Nuss bis Limone-Vanille gibt es dort alles zu naschen, was der Gaumen begehrt. Touristen machen nebenan Selfies vor dem Brandenburger Tor aus 300 Kilo Schokolade. Auch die Gedächtniskirche, die Titanic und den Airbus A 380 haben die Chocolatiers aus der Rausch-Manufaktur in Tempelhof in vielen Stunden Handarbeit nachgebaut.

Alles über die Hauptzutat, die sie für ihre Kunstwerke brauchen, sollen Kunden nun in einer neuen Erlebnis- und Mitmachausstellung erfahren. Noch befindet sich die "Plantagenwelt" im Aufbau. Ende März können Besucher durch die Räume mit Tropenpflanzen, Schiffscontainern und Kakaobohnen in schweren Holzkisten wandeln und sich per Kopfhörer und 3D-Technik rund 60 Geschichten und Anekdoten von Mitarbeitern des Unternehmens anhören.

Unter anderem erzählt eine Kakao-Biologin, wie sie derzeit für Rausch ein Forschungs-Institut in Costa Rica aufbaut. Dort bezieht Jürgen Rausch (71) seit 1998 seine Edel-Bohnen von kleinen Bauern. Schnappschüsse an den Wänden zeugen von schon fast familiären Zusammentreffen zwischen Erzeugern und Abnehmern. "Es geht nicht nur um eine beständige Geschäftsbeziehung, sondern um die Sicherung der Qualität", erklärt Stefan Rombach. Die Kakaobauern sollten wissen, was für einen Rohdiamanten sie in ihrem Hintergarten haben, und dessen Wert unter anderem nicht durch die Trocknung mit Dieselmotoren mindern.

In der Ausstellung können auch die Besucher eine der qualitätssichernden hölzernen Trocknungsanlagen bedienen, selbst Bohnen mahlen sowie rösten und ihr eigenes Stück Edel-Schokolade herstellen. In das gehören nur drei Zutaten: Kakao, Kakaobutter und Zucker. "Gute Schokolade erkennt man daran, dass sie glänzt, beim Hineinbeißen knackt und auf der Zunge zergeht", erklärt Rombach. Wenn billigere Lebensmittelsätze wie Sojalecithin dazu gemischt werden, schmelze Schokolade nicht mehr bei Körpertemperatur.

Vor vier Jahren ist das Familienunternehmen aus dem traditionellen Lebensmittelhandel ausgestiegen. Statt auf Supermarktregale setzt Robert Rausch (31), der das Geschäft  nun in vierter Generation führt, mehr auf Erlebnisgastronomie. Das Schokohaus am Gendarmenmarkt mit seinen 60 Mitarbeitern wurde dazu zum 100. Geburtstag im vergangenen Jahr umgebaut. Im Café im dritten Stock mit Blick auf Konzerthaus und Dom fahren nun die Mini-Mango-Mousse-Törtchen auf weißer Schokolade wie im Sushi-Restaurant vor den Gästen laufbandartig im Kreis.

Ein Mal im Monat kann man ein Dinner buchen und geschmorte Ochsenbäckchen in dunkler Schokoladensauce probieren. Mit Edelkakao verfeinert  sind auch die Wraps und das Chili Con Carne, das Büroangestellte im "Rausch-Deli", einem neuen angeschlossenen Bistro im Erdgeschoss auch zum Mitnehmen ordern können. Die Tische für die neue Terrasse wurden gerade geliefert. Im Sommer soll es erstmals auch Speiseeis in der Waffel geben. Die ersten Pralinensorten, die Wilhelm Rausch 1918 aus Rumrosinen fertigte und mit Marzipan und Schokolade umhüllte, gibt es aber immer noch: nach Originalrezept im Online-Shop.

Die Rausch-Plantagenwelt eröffnet am 29. März im Schokoladenhaus an der Charlottenburger 60. Der Eintritt beträgt 9,50 Euro. Wer bis zum 7. April diesen Artikel in print oder digital vorzeigt, zahlt nur 5 Euro.

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