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Tausende Raver
"Zug der Liebe" zieht mit Techno-Musik durch Berlin

Teilnehmer machen auf der Technoparade "Zug der Liebe" in Kreuzberg hinter einem der Lautsprecherwagen ein Selfie mit ihrem Smartphone. Die Veranstalter der Demonstration möchten für mehr soziales Engagment und Nächstenliebe werben.
Teilnehmer machen auf der Technoparade "Zug der Liebe" in Kreuzberg hinter einem der Lautsprecherwagen ein Selfie mit ihrem Smartphone. Die Veranstalter der Demonstration möchten für mehr soziales Engagment und Nächstenliebe werben. © Foto: dpa/Gregor Fischer
dpa / 24.08.2019, 16:58 Uhr - Aktualisiert 26.08.2019, 10:09
Berlin (dpa) Eine Erinnerung an die Love Parade der 90er und eine Demonstration zu aktuellen politischen Fragen sollte es sein. Musik, Alkohol und die Hitze rückten aber eher den Party-Teil des "Liebes-Zugs" in den Vordergrund.

Mit 25 Musikwagen und Tausenden tanzenden Ravern ist am Samstagnachmittag der "Zug der Liebe" durch Berlin gezogen. Das Motto lautete "30 Jahre Mauerfall - Gegen neue Meinungsmauern". Zu elektronischen Beats und mit Kleidung im Techno-Stil der 90er Jahre ging es von Berlin-Treptow durch Kreuzberg nach Friedrichshain. Nach Angaben der Polizei waren deutlich mehr als 10.000 Menschen in Kreuzberg und Friedrichshain unterwegs. Am Nachmittag und Abend kam es zu langen Staus auf den Straßen und chaotischen Szenen im S-Bahnhof Ostkreuz.

Einige Teilnehmer der Demonstration trugen Plakate mit Slogans wie "Save Mauerpark", "Ich tanze für Bier" oder "Für die Liebe auf die Straße". Nicht alle Anwohner an der Strecke waren begeistert von den vielen betrunkenen Party-Demonstranten. Die Polizei twitterte angesichts von hunderten urinierenden Teilnehmern: "Eine Bitte im Namen aller Hauseingänge an der Demostrecke beim #ZugderLiebe. Sie lieben es eher sauber und trocken zu bleiben. Für das dringende Bedürfnis darf es daher gern eine andere Lösung geben."

Demo-Sprecher Jens Schwan erklärte das politische Anliegen: "Es hat sich eine neue Mauer gebildet, bei vielen Leuten im Kopf. Diese wollen wir einreißen." Wenn Parteien wie die AfD versprächen, die Wende vollenden zu wollen, dann habe das nichts mit der friedlichen Revolution von 1989 zu tun. "Damals ging es um Demokratie und Freiheit - heute um Spaltung".

Nach dem Ende des Liebes-Zugs geriet die Lage am S-Bahnhof Ostkreuz teilweise außer Kontrolle. Tausende Menschen wollten den Bahnhof als Übergang über die Gleise zum Kneipenkiez von Friedrichshain nutzen oder mit einer Bahn abfahren. In der Folge war der Bahnhof nach Berichten von Zeugen von einer angetrunkenen Menge so überfüllt, dass sich nichts mehr bewegte und die Stimmung zunehmend aggressiver wurde. Dann wurde auch noch der S-Bahnverkehr fast eine Stunde lang komplett unterbrochen, so dass der Bahnhof sich nicht leeren konnte. S-Bahn und Polizei wurden offenbar durch den Andrang der Menschenmassen überrascht. Erst im Lauf des Abends entspannte sich die Situation wieder.

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