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Jubiläum
Berlin feiert 30 Jahre Mauerfall mit Festivalwoche

Leere Biertischgarnituren stehen vor dem Brandenburger Tor.
Leere Biertischgarnituren stehen vor dem Brandenburger Tor. © Foto: Annette Riedl/dpa
Maria Neuendorff / 10.10.2019, 09:00 Uhr - Aktualisiert 10.10.2019, 11:16
Berlin (MOZ) Sieben Open-Air-Ausstellungen, 3D-Projektionen und Konzerte erinnern im November an die friedliche Revolution vor 30 Jahren.

Ich war 15, Christin und nicht in der FDJ. Ohne den Mauerfall wäre es mir nicht möglich gewesen, Abitur zu machen und zu studieren. Mein Leben wäre vollkommen anders verlaufen. Ich bin sehr dankbar." Der Text von Elke (54) aus Berlin ist eine von insgesamt 300 000 Botschaften, die Anfang November am Brandenburger Tor zu lesen sein werden. Die schwebenden Bänder, auf denen Menschen ihre Wünsche, Hoffnungen, Erinnerungen und Visionen für die Zukunft formuliert haben, sind Teil einer 100 Meter langen Kunstinstallation, die vom 4. bis zum 10. November vom Boulevard Unter den Linden bis zur Straße des 17. Juni reichen soll.

Gleich eine ganze Woche lang will Berlin das 30-jähriges Jubiläum des Mauerfalls feiern. Dabei verwandelt sich die Stadt in eine große Open-Air-Ausstellung. Das Angebot mit über 200 kostenlosen Veranstaltungen reiche von Zeitzeugengesprächen, über Filmvorführungen bis hin zu Punkkonzerten, teilen die Veranstalter mit, die das Programm nun online gestellt haben. Die Berliner Kulturprojekte GmbH ließ zum Jubiläum vor zehn Jahren eine Mauer aus großen Dominosteinen fallen. Vor fünf Jahren wurde der ehemalige Berliner Grenzverlauf mit Kautschukballons nachgezeichnet, die feierlich in den Himmel aufstiegen.

Zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution sollen nun großflächige 3D-Videoprojektionen mit historischen Bildern und Videos das visuelle Highlight sein. An sieben historischen Orten – Gethsemanekirche, Alexanderplatz, Kurfürstendamm, Stasi-Zentrale, Schlossplatz und East Side Gallery – werden über das sogenannte Projection Mapping die historischen Ereignisse in kurzen Filmen erzählt.

So können Spaziergänger am Alex beispielsweise noch einmal nachempfinden, wie sich dort am 4. November 1989 hunderttausende Demonstranten versammelten, um lautstark ihre Hoffnungen und Forderungen zu formulieren, und sich so gegen die SED-Führung auflehnten.

Rund um die Gethsemanekirche wird dagegen erzählt, wie schon Anfang Oktober 1989 dort Oppositionsgruppen mit Hilfe eines Kontakttelefons die Aufgaben einer Nachrichtenagentur übernahmen und Mahnwachen für die Freilassung von in Leipzig inhaftierten Demonstranten organisierten.

Aber auch der Kurfürstendamm wird eine tragende Rolle spielen und in der Festivalwoche als Sehnsuchtsort bespielt, an dem es zu ersten intensiven Begegnungen zwischen Ost- und West und euphorischen Massenaufläufen kam.

Der Abend des 9. November wird dann mit einer großen Bühnenshow am Brandenburger Tor begangen. Die Auftritte von Musikern und Zeitzeugen werden von 18 bis 20. 15 Uhr live im ZDF übertragen. Den Anfang macht die Staatskapelle Berlin mit Daniel Barenboim. Am Ende leitet die Techno-Legende WestBam in eine Europäische Clubnacht über, die in 27 Diskotheken in ganz Berlin weitergefeiert wird.

www.mauerfall30.berlin

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