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Pendler
Achtung Stau: Berliner Stadtrand fühlt sich abgehängt

Pendeln in vollen Zügen: Der Nahverkehr in und um Berlin ist eine Dauerbaustelle.
Pendeln in vollen Zügen: Der Nahverkehr in und um Berlin ist eine Dauerbaustelle. © Foto: dpa/Arno Burgi
Maria Neuendorff / 25.11.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 25.11.2019, 09:50
Berlin (NBR) Die Anwohner am Stadtrand und im Umland sind genervt. Auf dem Weg zur Arbeit stehen sie häufig stundenlang im Stau. Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) hat detaillierte Lösungsvorschläge ausgearbeitet. Hier ein Teil der Forderungen und der derzeitige Stand:

In Verlängerung der TVO

Schon seit 2008 wird über die Verlängerung Tangentiale Verbindung Ost (TVO) zwischen Marzahn-Hellersdorf und Köpenick diskutiert. Das Großprojekt zur Entlastung des Südostens Berlins und zur Bewältigung der Verkehrsströme zum neuen Flughafen BER müsse jetzt ohne weitere Verzögerungen realisiert werden, fordert der Verband.

"Die TVO hat auch bei uns hohe Priorität", sagt dazu Jan Thomsen, Sprecher der Berliner Senatsverkehrsverwaltung. Leider sei Anfang des Jahres die Bahn als Planerin für die nötigen Eisenbahnbrücken vertragswidrig ausgestiegen. Nun müsse die Tiefbau-Bauabteilung im eigenen Haus übernehmen. Der Beginn des Planfeststellungsverfahrens verschiebe sich so um rund 1,5 Jahre auf voraussichtlich Ende 2021/Anfang 2022.

Verstärkung der Regionallinie 1

Der RE 1 (Brandenburg/Havel-Berlin-Frankfurt/Oder) braucht kurzfristig zusätzliche Halte in Groß Kreutz und Götz, um den P&R-Standort in Werder zu entlasten. Notwendig sei neben der geplanten Taktverdichtung ein Konzept für den Einsatz längerer Züge, die an den Bahnhöfen halten, die bereits über lange Bahnsteige verfügen. Die Verlängerung weiterer Bahnsteige ist zu forcieren. Dazu sagt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg: Ab 2022 werde zwischen Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) der Takt in der Hauptverkehrszeit auf drei statt zwei Fahrten pro Stunde verdichtet.

Es werden sechsteilige Neufahrzeuge vom Typ Desiro HC eingesetzt, die 37 Sitzplätze mehr haben. Zwischen Berlin und Eisenhüttenstadt werde man in Sachen Bahnsteigverlängerung nach Abschluss einer Finanzierungsvereinbarung kurzfristig mit den konkreten Planungen beginnen.

Prignitz-Express

Auch der RE 6 nach Neuruppin muss durch einen Wiederaufbau der Strecke Hennigsdorf-Gesundbrunnen verstärkt werden, heißt es in dem 10-Punkte-Papier des Verbandes. Davon würden auch Kremmen, Velten und Hennigsdorf profitieren.

Verkehrsverwaltung: "Für den Abschnitt Berlin-Schönholz – Velten werden bereits Fahrplankonzepte erstellt und eine Betriebssimulationen als Bestandteil der Grundlagenermittlung erarbeitet. Dieser Untersuchungsschritt wird voraussichtlich bis Ende 2019 abgeschlossen. Für den Abschnitt Velten – Neuruppin liege bereits eine Vorplanung vor.

Ein-Euro-Ticket

Erfahrungen aus anderen Metropolen zeigen: Je einfacher das Tarifsystem ist, desto mehr Pendler steigen auf Bahn und Bus um. Der VDGN fordert deshalb den Ein-Euro-Tarif. Künftig soll es möglich sein, im Tarifgebiet Berlin-Brandenburg, unabhängig von der Streckenlänge, für einen Euro von A nach B zu kommen.

Dazu sagt die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr: Wir haben in Berlin bis zu 60 Prozent der Bevölkerung mit Recht auf Rabatte bei Abos. Die Abos zu schützen, als treue Kunden mit hoher Nutzung, ist dabei eines der Leitmotive. Ein Ein-Euro-Ticket sei deshalb nicht geplant.

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