Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mehr Verkehr bis 2040
IHK fordert Ausbau der Verbindungen zum BER

Farbenprächtig leuchtet der Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang über dem Tower der DFS Deutsche Flugsicherung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg).
Farbenprächtig leuchtet der Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang über dem Tower der DFS Deutsche Flugsicherung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg). © Foto: Patrick Pleul/dpa
dpa / 03.12.2019, 10:30 Uhr - Aktualisiert 03.12.2019, 11:45
Berlin (dpa) Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) fordert einen massiven Ausbau der Verkehrswege zum neuen Hauptstadtflughafen BER. „Man muss heute anfangen, hier richtig was zu tun, und man muss über Landesgrenzen hinweg denken“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder vor Journalisten.

Eine Studie im Auftrag der Kammer ergab, dass der BER, der am 31. Oktober 2020 eröffnen soll, momentan zwar gut angebunden ist, die Verkehrsströme aber bis 2040 stark wachsen werden. Zudem hätten Teile der Berliner Bevölkerung etwa im Nordwesten nach BER-Eröffnung und Tegel-Schließung längere Anfahrtswege zu einem Flughafen.

Mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sei der BER in weiten Teilen Berlins grundsätzlich schneller zu erreichen als mit dem Auto, so die Studie. Das ÖPNV-Angebot muss aus Sicht der IHK jedoch stetig ausgeweitet werden, um die prognostizierte Zunahme des Bedarfs bewältigen zu können.

Eder nannte Taktverdichtungen bei der U-Bahn, bessere Angebote außerhalb der Hauptverkehrszeiten, mehr Verbindungen ins Umland und flexiblere Lösungen für den Stadtrand. Bei der S-Bahn müsse mehr „Betriebsstabilität“ sichergestellt werden, vor allem auf dem Ring.

Die IHK plädiert auch für eine Verlängerung der U7 (Rathaus Spandau- Rudow) in Richtung BER. Hilfreich seien zudem attraktivere Tarifoptionen, etwa ein Kombiticket Flug/ÖPNV.

Die Erweiterung des ÖPNV sei auch deshalb zwingend, um die Straßen zu entlasten, allen voran die Stadtautobahn A113. „Ohne ÖPNV-Ausbau gibt es den Verkehrsinfarkt auf der Straße“, so Eder.

Da der Autoverkehr auf der Nord-Süd-Achse dennoch zunehmen werde, müssen aus Sicht der IHK aber auch Routen wie die sogenannte Tangentialverbindung Ost oder der 17. Bauabschnitt der A100 von Treptower Park bis Storkower Straße angegangen werden. Rot-Rot-Grün hatte sich 2016 darauf verständigt, die Planungen für diesen Abschnitt zu stoppen und die A100 nur vom Dreieck Neukölln bis Treptower Park fertigzubauen.

Für essenziell hält die IHK außerdem eine Beilegung des aus ihrer Sicht absurden Taxistreits. Nach jetzigem Stand wird es am BER so sein wie momentan am alten Flughafen Schönefeld: Ankommende Fluggäste dürfen nur in Taxen aus dem Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald steigen, in dem der Airport liegt. Die dürfen dann in Berlin für die Rückfahrt aber keine Gäste aufnehmen. Umgekehrt dürfen Berliner Taxen zwar Menschen aus der Hauptstadt zum BER bringen, müssen von dort aber leer wieder zurück fahren.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG