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Corona-Krise
Berliner Senat berät am Dienstag Hygienekonzept für Gastronomie

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sieht das Infektionsrisiko für Mitarbeiter und Gäste in der Gastronomie mit Sorge. (Archivfoto)
Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sieht das Infektionsrisiko für Mitarbeiter und Gäste in der Gastronomie mit Sorge. (Archivfoto) © Foto: dpa/Michael Kappeler
dpa / 23.05.2020, 15:56 Uhr - Aktualisiert 24.05.2020, 16:11
Berlin (dpa) Im Berliner Senat wird in der neuen Woche ein Hygienekonzept für die Gastronomie beraten. Das kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Wochenende an. Sie sieht das Corona-Infektionsrisiko für Mitarbeiter und Gäste mit Sorge. Darum sei es gut, dass das Konzept am Dienstag beraten werde, teilte Kalayci am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Details hierzu wurden noch nicht genannt. Ein Infektionsgeschehen in einem Berliner Lokal ist nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung vom Samstag bisher nicht bekannt.

Der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin (Dehoga), Thomas Lengfelder, betonte: „Wir appellieren sowohl an die Unternehmer, aber auch an die Gäste, die Vorschriften einzuhalten.“ Das Hygienekonzept sei zwischen den Senatsverwaltungen Gesundheit und Wirtschaft sowie dem Dehoga Berlin abgestimmt. „Es entspricht in etwa unseren Handlungsempfehlungen an die Branche - es sollte demnach keine Überraschungen für die Betriebe geben“, so Lengfelder.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass sich in Niedersachsen elf Menschen im Zusammenhang mit dem Besuch eines Restaurants am 15. Mai im Landkreis Leer mit dem Coronavirus infiziert hatten. Eine weitere Person aus einem anderen Landkreis habe sich in der Folge angesteckt. Für 106 Menschen wurde laut Landkreis bis Sonntagmittag häusliche Quarantäne angeordnet.

In Berlin dürfen seit dem 15. Mai Restaurants, Imbisse und Cafés wieder öffnen, solange sie selbst zubereitetes Essen anbieten. Reine Schankwirtschaften wie Kneipen und Shisha-Bars bleiben hingegen weiter geschlossen. Die Gastronomen müssen dabei einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen inklusive Stühlen gewährleisten. Angestellte müssen Schutzmasken tragen, für Gäste gibt es diese Pflicht nicht.

Der Senat berät an diesem Dienstag auch über weitere Lockerungen der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) stellte weitere Lockerungen in Aussicht - wenn der Pandemieverlauf das zulasse. „Natürlich ist uns ein uneingeschränktes Demonstrationsrecht besonders wichtig“, sagte Müller der dpa. Infrage kämen auch Freizeitbereiche wie Open-Air-Kinos oder Fitnessstudios. Allerdings gibt es Müller zufolge hier keinen Automatismus.

„Weitere mögliche Lockerungen sind vom Infektionsgeschehen in der Stadt abhängig“, betonte er. „Der Senat beobachtet den Verlauf hier sehr genau und ordnet die Entwicklung der Pandemie auch mit Hilfe des Ampelsystems ein, das der Senat beschlossen hat und das bundesweit einmalig ist“, sagte Müller. „Aber in der kommenden Woche werden wir uns in zwei Senatssitzungen darüber verständigen, wann die nächsten Lockerungen umgesetzt werden können.“

Dennoch müsse allen klar sein, dass die Corona-Pandemie längst nicht vorüber sei, so der Regierende Bürgermeister. „Die positiven Entwicklungen der Infektionszahlen sind das Ergebnis unserer Maßnahmen und des besonnenen Verhaltens der Berlinerinnen und Berliner. Diesen Vorsprung dürfen wir nicht verspielen.“

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle lag in Berlin mit Stand Samstagabend bei 6636. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit sind 191 erkrankte Berliner im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. 6049 Betroffene gelten als genesen.

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