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2500 Hanf-Freunde demonstrieren in Berlin für Legalisierung

Hanfparade 2011
Hanfparade 2011 © Foto: dapd
06.08.2011, 17:38 Uhr
Berlin (DPA) Rund 2500 Hanf-Freunde haben laut Veranstalter am Samstag in Berlin-Mitte und Kreuzberg mit einer bunten Parade für die Freigabe von Cannabis-Produkten demonstriert.

Wie die Polizei mitteilte, starteten die 20 Wagen am Nachmittag am Alexanderplatz und zogen über Kreuzberg zurück zum Reichstag - begleitet von lauter Musik und süßlichem Geruch. Nahe dem Bundestag sollte am späten Abend eine Abschlusskundgebung stattfinden. Laut Polizeiangaben nahmen rund 1000 Menschen an der Parade teil. Bislang habe es keine Vorfälle gegeben, sagte eine Sprecherin. Die Hanfparade findet bereits zum 15. Mal statt und steht in diesem Jahr unter dem Motto „40 Jahre sind genug - BtMG ade!“.

Der Sprecher der Hanfparade, Steffen Geyer, kritisierte am Samstag die Auflagen der Versammlungsbehörde. So sei der gesamte politische Teil der Abschlusskundgebung mit Vorträgen und Diskussionen über die Nutzung von Hanf untersagt worden. Auch seien Hanf-Nutzpflanzen vor Beginn der Demo sichergestellt worden. Dabei habe es sich um Pflanzenstängel gehandelt, die nur einen geringen Anteil des Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol, kurz THC, beinhalten.

Vor dem Bundesgesundheitsministerium war außerdem eine Protestaktion des Selbsthilfenetzwerks Cannabis Medizin geplant. Es setzt sich dafür ein, dass Cannabis als Heilmittel legalisiert wird. Die Abkürzung BtMG steht für Betäubungsmittelgesetz. Es erlaubt den Anbau, Besitz und Handel von Hanf (Cannabis sativa) in Deutschland nur mit Genehmigung. Das Gesetz kriminalisiere Millionen Bürger, weil sie andere Substanzen bevorzugen als die Mehrheit, heißt es in einer Mitteilung des Vereins JaKiS; einem Zusammenschluss von Hanf-Freunden zwischen 18 und 63 Jahren.

Auch die Linkspartei und die Grünen unterstützen eine Freigabe von Hanf. Seine Partei sehe „in einer Entkriminalisierung des Drogengebrauchs die Voraussetzung, um einen effektiven Jugend-, Gesundheits- und Verbraucherschutz zu ermöglichen. Die Menschheit hat von jeher Drogen genutzt“, sagte Linkspartei-Landeschef Klaus Lederer laut einer Mitteilung.

Knapp 2000 überwiegend jugendliche Teilnehmer waren 2010 zu der Parade gekommen. Bei den Umzügen mit viel Musik, darunter Rock, HipHop und Reggae, riecht es häufig süßlich - nach Joints mit Haschisch oder Marihuana. Mit der Hanfparade wird die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel gefordert.

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