Eine mutmaßliche „Sperrmüllmafia“ soll in Berlin mehrere Hunderttausend Euro ergaunert haben. Als dringend Tatverdächtiger sitzt nun ein 40-Jähriger in Untersuchungshaft, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilten. Dem Mann werden gewerbsmäßiger Bandenbetrug und Urkundenfälschung zur Last gelegt. Der Haftbefehl wurde am Donnerstag vollstreckt, zudem wurden mehrere Objekte durchsucht. Beweismaterial, Bargeld und Wertgegenstände seien beschlagnahmt worden.
Der Verdächtige soll demnach zwischen Sommer 2017 und 2018 mit teilweise noch unbekannten Mittätern gewerbsmäßig ein illegales Unternehmen für die Entsorgung von Sperrmüll betrieben und mit irreführender Werbung betrügerisch geworben haben.

Betrug mit Werbekampagnen

Die Bande soll regelmäßig Onlineanzeigen mit dem Vorsatz aufgegeben haben, diese beim Internetdienstleister nicht zu bezahlen. Die Rechnungen für die umfangreichen Werbekampagnen sollen Strohleute über extra eingerichtete „Fake-Konten“ zunächst beglichen haben. Die Verdächtigen sollen aber mehrere Hunderttausend Euro kurz darauf zurückgebucht und an die Bande zurücktransferiert haben.

Verdacht auf Geldwäsche

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft kamen die Ermittlungen im Mai 2018 nach mehreren Geldwäsche-Verdachtsmeldungen verschiedener Banken ins Rollen. Hingegen habe der geschädigte Internetdienstleister kein Interesse an der Aufklärung gezeigt.
Insgesamt wird gegen mehrere Hauptverdächtige und fünf mutmaßliche
Strohleute ermittelt. Ein 44-jähriger mutmaßlicher Mittäter wurde inzwischen von der U-Haft verschont.