Unternehmensgründungen in Berlin sind weitgehend Männersache. Auch bei entsprechenden Förderprogrammen kommen Männer deutlich häufiger zum Zug, wie eine schriftliche Anfrage der FDP-Abgeordneten Maren Jasper-Winter an den Senat ergeben hat. Der Anteil der Frauen unter den Neugründungen von Einzelunternehmen lag zwischen 2015 (30,3 Prozent) und 2019 (28,4 Prozent) immer unter einem Drittel, wie die Wirtschaftsverwaltung in ihrer Antwort mit Berufung auf Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg erläuterte.

Meistergründungsprämie vor allem an Männer ausgezahlt

Die Meistergründungsprämie, über die seit ihrer Einführung vor 35 Jahren rund 51 Millionen Euro an Fördermitteln ausgezahlt wurden, ging ebenfalls überwiegend an Männer: Von den 631.000 Euro im Jahr 2017 erhielten Frauen nur 163.000, von den 677.000 im Jahr danach 115.000. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 682 000, von denen 183 000 Euro laut der Wirtschaftsverwaltung an Frauen gegangen sind.
Im Rahmen des Programms „Berliner Startup Stipendium“ (BSS) wurde im Zeitraum von 2016 bis 2019 eine Fördersumme von 15,87 Millionen Euro ausgezahlt. Der Anteil der Frauen ist den Angaben zufolge kontinuierlich auf 35,97 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden bisher 937 Teilnehmende gefördert, davon waren 600 männlich und 337 weiblich.

FDP-Abgeordnete fordert bessere Voraussetzungen für Gründerinnen

„Berlin ist zwar Hauptstadt für Gründer, aber nicht für Gründerinnen“, kritisierte die FDP-Abgeordnete Maren Jasper-Winter. „Berlin muss endlich mehr tun, um Frauen das Gründen zu erleichtern“, forderte die Politikerin. „Wir brauchen Bürokratieabbau für Gründungen und auf Bundesebene eine stärkere Öffnung der Mutterschutz- und Elterngeldsysteme für Selbstständige, um die Vereinbarkeit von Gründung und Familie zu verbessern.“ Außerdem müsse schon in der Schule etwa durch gezielte Werbung für MINT-Berufe die Bereitschaft zu Unternehmensgründungen unterstützt werden.