Angesichts zuletzt gestiegener Corona- Infektionszahlen in Berlin gelten nun neue Beschränkungen. Seit Samstag sind private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern verboten. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Das gilt nach Angaben der Gesundheitsverwaltung in Wohnungen, aber auch in Restaurants. Ab zehn Teilnehmern müssen bei den Feiern deren Daten dokumentiert werden, um eine Nachverfolgung von Kontakten im Falle einer Infektion sicherzustellen.

Maskenpflicht im Büro

Neu ist auch eine allgemeine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden. Sie kommt etwa auf Fluren, auf Wegen zwischen Arbeitsplätzen oder im Aufzug zum Tragen, wenn Mindestabstände nicht einzuhalten sind, nicht jedoch beim Arbeiten am Schreibtisch. Schön länger gilt eine Maskenpflicht in unterschiedlicher Ausprägung etwa in Bussen und Bahnen, Geschäften, Restaurants oder Schulen.
Der Berliner Senat hatte die neuen Regelungen, die über Vorgaben in anderen Bundesländern hinausgehen, am vergangenen Dienstag beschlossen. Man wolle frühzeitig reagieren, um später weitergehende Beschränkungen zu verhindern, hieß es.

Zahl der Neuinfektionen in Berlin besorgniserregend

Ob das gelingt, ist offen. Denn die Zahl der Neuinfektionen in Berlin war - wie anderswo in Deutschland auch - zuletzt vergleichsweise stark angestiegen und hatte die Politik alarmiert. Pro 100.000 Einwohner steckten sich innerhalb von sieben Tagen 34,5 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus an (Stand Freitag).
Dieser für die Bewertung des Infektionsgeschehens wichtige Wert ist in der Hauptstadt so hoch wie in keinem anderen Bundesland - allerdings ist der Vergleich einer dicht besiedelten Metropole mit Flächenländern nur bedingt möglich. Als Infektionsherde sehen die Behörden nicht zuletzt illegale Partys und private Feiern mit reichlich Alkoholkonsum.
In Innenstadtbezirken ist der Wert noch weit höher: Spitzenreiter Mitte meldete zuletzt 59,6 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Donnerstag). Es folgen Friedrichshain-Kreuzberg mit 53,7 und Neukölln mit 51,5.

Zweiter Lockdown unerwünscht

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) nannte den Anstieg der Infektionszahlen in der letzten Zeit „besorgniserregend“. „Wir müssen und wollen einen zweiten Lockdown verhindern. Das bedeutet aber, dass wir jetzt handeln müssen und Maßnahmen treffen müssen, die auch in der Breite wirken“, hatte sie jüngst zu den neuen Regeln erklärt. „Einschränkungen sind keine Strafen, sondern Regeln, die unser Zusammenleben in Berlin schützen. Wir müssen zusammenhalten, wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen. Das bedeutet, dass sich auch alle an die Regeln halten müssen.“