Die neue Regel betrifft auch traditionelle Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte oder die Silvesterfeier am Brandenburger Tor. Auch dazu dürfen sich nicht mehr als 5000 Menschen gleichzeitig versammeln, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller verdeutlichte.
„Es kann Weihnachtsmärkte geben mit Einschränkungen und Regeln und Zahlenbegrenzung“, sagte der SPD-Politiker. Aber Massenveranstaltungen mit Zehntausenden Besuchern eben nicht. „Das wird so wie bisher in den letzten Jahrzehnten nicht stattfinden können.“
Bei Veranstaltungen in Räumen soll es ebenfalls bis Jahresende bei einer Obergrenze von 1000 Teilnehmern bleiben. Aktuell liegt sie bei 500 Menschen, ab 1. September steigt sie auf 750 Personen. Vom 1. Oktober an sind dann 1000 erlaubt - nunmehr bis 31. Dezember statt bisher vorgesehen bis zum 24. Oktober.
Hintergrund sind bundesweit steigende Infektionszahlen. „Wir müssen achtsam sein, wir können nicht alles heute schon erlauben“, sagte Müller. „Sollte sich die Situation verändern, können wir wieder mehr Normalität zulassen.“
Aber es gebe weiter eine Pandemie mit Infektionszahlen, mit Erkrankten und mit schwer Erkrankten. „Wir müssen achtsam sein, wir können nicht alles heute schon erlauben. Sollte sich die Situation verändern, können wir wieder mehr Normalität zulassen.“
Vize-Regierungschef Klaus Lederer (Linke) sagte, Hauptursache für zuletzt wieder höhere Infektionszahlen seien Reiserückkehrer und private Zusammenkünfte zu Hause oder in Gaststätten. Auf der anderen Seite stehe die Berliner Corona-Ampel auf Grün - die Situation sei also beherrschbar.
Der Kultursenator appellierte wie Müller und Vize-Regierungschefin Ramona Pop (Grüne) an die Menschen, sich weiterhin an die Corona-Regeln zu halten, Abstand zu halten und, wo das nicht möglich sei, eine Maske zu tragen. Jeder müsse auch prüfen, „ob es Sinn macht, ob die eine oder andere Feier jetzt sein muss“, sagte Lederer.
Nach den Worten Müllers und Pops will sich der Senat am kommenden Dienstag noch einmal gezielt mit den Infektionsgefahren wegen privater Feierlichkeiten beschäftigen. Dabei werde es auch darum gehen, ob hier nachjustiert werden müsse.
Vor der Senatssitzung hatten die Ministerpräsidenten der Bundesländer am Donnerstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videokonferenz über eine Neujustierung der Corona-Maßnahmen beraten. Sie einigten sich unter anderem darauf, Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern und größere Konzerte weiterhin zu verbieten - bis mindestens 31. Dezember.
Keine Einigung auf bundesweit geltende Obergrenzen bei der Teilnehmerzahl gelang dagegen bei den umstrittenen Feierlichkeiten im Familien- und Freundeskreis. Die Bürger werden stattdessen gebeten, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten nötig und vertretbar seien.