In Berlin soll es im nächsten Jahr sechs Impfzentren geben. Das teilte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) am Dienstag nach der Sitzung des Senats mit. Die Standorte stünden derzeit noch nicht fest.
„Wir sind rechnerisch zu dem Ergebnis gekommen, dass wir sechs Impfzentren in der Stadt brauchen würden, die je 15 Impfplätze haben“, erklärte Matz. Das System sei aber flexibel. Je nach Bedarf und den Möglichkeiten des Standorts könne sich sowohl die Zahl der Zentren als auch die der Impfplätze ändern. Der Senat geht davon aus, dass dort künftig 20 000 Menschen pro Tag geimpft werden können.

Albrecht Broemme übernimmt Leitung des Projekts

Als Projektleiter ist Albrecht Broemme verantwortlich, der langjährige Präsident des Technischen Hilfswerks. Er war Ende 2019 in den Ruhestand gegangen und hatte im Frühjahr das Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten auf dem Messegelände aufgebaut und dafür das Verdienstkreuz 1. Klasse erhalten. „Er ist mit Planern unterwegs und schaut sich verschiedene Gebäude an, in denen möglicherweise Impfzentren realisiert werden können“, sagte Matz.
Es sei noch unklar, wann der Bund den Impfstoff liefern könne. Die Impfung sei freiwillig. „Wir bereiten uns jetzt erst einmal darauf vor, dass wir zum Beispiel 400 000 Menschen impfen könnten in einer ersten Phase, wobei der Impfstoff so ist, dass er zweimal verimpft werden muss. Und nach dem, was man uns dazu gesagt hat, im Abstand von drei Wochen.“
Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) hatte sich am Freitag gemeinsam mit Bundesminister Jens Spahn (CDU) auf ein einheitliches Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen verständigt. Danach soll sie der Bund beschaffen und finanzieren, während die Länder Impfzentren einrichten. Geplant ist den Absprachen zufolge, dass die Impfstoffe durch die Bundeswehr oder durch die Hersteller angeliefert werden. Der Bund übernimmt der Vereinbarung zufolge die Hälfte der Kosten für die Impfzentren.
Ein effektiver Corona-Impfstoff in Europa und den USA ist in greifbare Nähe gerückt: Als erste westliche Hersteller haben das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer am Montag vielversprechende Ergebnisse einer für die Zulassung entscheidenden Studie veröffentlicht.
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