Erwartet werden sie längst: Schon in wenigen Tagen sollen Schülerinnen und Schüler in Berlin die Möglichkeit haben, kostenlose Corona-Selbsttests zu nutzen. „Die Lieferungen sind jetzt gestartet, 500 000 Selbsttests von Siemens sollen bis nächsten Dienstag in 242 Berliner Schulen ankommen“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können mit diesen 500 000 zugelassenen Tests die öffentlichen Oberstufenzentren, also die beruflichen Schulen, bedienen und die 11. bis 13. Klassen an den öffentlichen und privaten Schulen.“

10 Tests pro Schüler in Berlin

Damit starten zunächst die älteren Schülerinnen und Schüler, die ab Mitte nächster Woche wieder regulär zum Wechselunterricht zumindest teilweise in den Schulen sind. „Jeder dieser Schüler erhält gleich zehn Testportionen. Dies alles gilt vorbehaltlich der vereinbarten Lieferungen“, sagte Scheeres. Es sei so kalkuliert, dass die Schüler sich zweimal pro Woche testen könnten. „Wenn die Tests Dienstag da sind, haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich schon testen zu können, bevor am Mittwoch der Wechselunterricht für die 10. bis 13. Klassen wieder losgeht.“
Die Jugendlichen könnten die Selbsttests in den Schulen abholen, sagte die Bildungssenatorin. „An diesem Freitag werden die ersten Schulen beliefert, die übrigen dann Montag und Dienstag.“ Es sei vorgesehen, bei der Verteilung mit den ältesten Schülerinnen und Schülern anzufangen und dann sukzessive runterzugehen zu den jüngeren Klassen. „Die älteren Schüler bewegen sich häufiger in der Stadt und haben in der Regel auch mehr Kontakte“, sagte Scheeres. Weitere Lieferungen sollen am 19. und dem 24. März folgen.

Erst Schüler, dann Lehrer

„Die Selbsttests werden zunächst bei den Schülern angewandt“, erläutere die Senatorin. Das Personal an den Schulen teste sich dagegen zweimal in der Woche vor Ort mit Schnelltests, die von dafür geschulten Lehrkräften übernommen werden. „Sobald die Genehmigung vom Bund da ist, den von Berlin bereits angeschafften Schnelltest von nal-von minden auch als Selbsttest zu benutzen, können wir das weiter ausrollen“, kündigte Scheeres an. „Dann können sich die Lehrkräfte auch zu Hause testen und alle Jahrgänge der Schülerinnen und Schüler.“ Die Tests des Herstellers nal-von minden werden derzeit schon für die Schnelltests beim Schulpersonal eingesetzt.
„Die Schulen müssen dokumentieren, an wie viele Schüler in einer Klasse wie viele Tests ausgegeben worden sind“, sagte Scheeres. „Wir haben eine Datenbank, mit deren Hilfe wir umgehend sehen, ob wir weitere Tests bestellen müssen.“
Macht ein Schüler zu Hause einen Selbsttest, der positiv ausfällt, soll er das der Schule melden und muss dann in eines von vier dafür vorgesehenen Testzentren, die für PCR-Tests ausgelegt sind. „PCR-Tests liefern dann ein verlässliches Ergebnis. Da sehe ich, ob ich wirklich positiv bin“, sagte Scheeres. „Ist das so, gibt es eine Meldung ans Gesundheitsamt, und dann wird die Quarantäne ausgesprochen. Das gilt auch für Lehrkräfte.“

Schaubilder für alle drei Tests

Nach Scheeres Angaben gibt es bereits umfangreiches Informationsmaterial. „Weil wir mit drei verschiedenen Tests arbeiten werden, den von Siemens, den von nal-von minden und einem weiteren von Roche, der schon eine Zulassung als Selbsttest hat“, so die Senatorin. „Wir haben Schaubilder gemacht für alle drei Tests, wie sie funktionieren und werden ab dem 15. März eine Webseite schalten unter www.einfach-testen.berlin.“ Dort soll Informationsmaterial samt Bildern und Beschreibung der Tests in elf Sprachen zu finden sein.
„Es wird auch Videomaterial bereitgestellt, mit dem wir Schritt für Schritt zeigen, wie die Tests funktionieren.“
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