Berlin soll an diesem Freitag eine weitere Lieferung des Corona-Impfstoffes der Firmen Biontech und Pfizer erhalten. Vorgesehen sind 29 250 Dosen, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Lieferung erfolge über das Unternehmen direkt an die Anlieferzentren der Bundesländer.
Eine erste geplante Lieferung im Januar war ausgefallen. Ein zweites Impfzentrum in Berlin, das Erika-Heß-Eisstadion im Stadtteil Wedding, ist nach Angaben der zuständigen Hilfsorganisationen für den Betrieb startklar. Ein Datum für die Öffnung steht noch nicht fest.
Berlin hat im Dezember bereits 58 500 Impfstoffdosen bekommen. Davon bleibt die Hälfte eingelagert, um drei Wochen später die zweite nötige Impfung verabreichen zu können. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Berlin 24 159 Dosen bereits gespritzt worden.
Dabei wurden 15 272 Pflegeheimbewohner versorgt - das entspricht rund der Hälfte dieser besonders gefährdeten Gruppe. Sie bekommen die Impfung durch mobile Dienste. Über 80-jährige Berliner, die nicht in einem Heim leben, erhalten eine Einladung ins Impfzentrum per Post. Bis Mitte Februar soll die Hauptstadt nach und nach insgesamt 234 000 Biontech-Dosen erhalten, die Lieferungen aus dem Vorjahr eingeschlossen.

Moderna-Impfstoff in Europa zugelassen

Berlin soll auch in der zweiten Januarwoche 2400 Dosen des jüngst in der Europäischen Union zugelassenen Moderna-Impfstoffs bekommen. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Donnerstagabend auf Twitter mit.
In der vierten Kalenderwoche sollen es demnach 3600 Impfdosen sein und in der sechsten Kalenderwoche 9600. Für die achte Kalenderwoche sind 30 000 Moderna-Impfdosen angekündigt.
Das Mittel des US-Herstellers Moderna war am Mittwoch als zweiter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen worden. Er gilt als ebenso wirksam, aber etwas unkomplizierter in der Verwendung als das Mittel von Biontech/Pfizer, das am 21. Dezember als erstes die EU-Zulassung bekam. Er muss nicht bei minus 70 Grad gekühlt werden. In den USA wird der Moderna-Impfstoff nach einer Notfallzulassung bereits seit kurz vor Weihnachten gespritzt.
Seit dem Start der Impfkampagne in der EU am 27. Dezember gibt es unter anderem in Deutschland Kritik, dass zu wenig Impfstoff vorhanden sei. Mit der zweiten Zulassung dürfte sich die Lage etwas entspannen. Dennoch wird die Impfung breiter Bevölkerungsschichten noch Monate dauern.
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