Es gebe bisher sehr harte Maßnahmen im Familienleben, da sei ein „Ende der Fahnenstange“ erreicht, daher müsse man andere Bereiche wie das Wirtschaftsleben in den Blick nehmen, sagte Müller, Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Im Arbeitsbereich gebe es noch „viel mehr Spielraum“. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) werde dazu einen Vorschlag machen.
Müller argumentierte, es gebe derzeit viel mehr Leben auf den Straßen als im März und April. Damals hätten deutlich mehr Arbeitgeber die Möglichkeit des Homeoffice angeboten. Viele würden das jetzt nicht nicht mehr machen. Dadurch würden zu viele Kontakte entstehen, die dringend reduziert werden müssten. Es gebe nun etwa die Möglichkeit, die Präsenzpflicht in den Firmen aufzuheben und umzudrehen, so dass Arbeitgeber begründen müssten, „warum Arbeitnehmer dringend zum Arbeitsplatz kommen müssen und warum es nicht auch von zu Hause aus geht“.

Berliner Verwaltungen weiter herunterfahren

Auch in der Berliner Verwaltung müsse man da noch besser werden, gab Müller zu. Berlin habe bereits einiges deutlich heruntergefahren, „aber das kann und wird noch weiter reduziert werden“.
Vor den Beratungen von Bund und Ländern (14 Uhr) zeichnete sich eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis in den Februar hinein ab. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag gesagt: „Es ist besser, wenn wir jetzt zusammen noch die nächsten zwei, drei, vielleicht vier Wochen die Zahlen deutlich runterbringen, Kontakte reduzieren.“
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