„Wenn alles kurze Zeit später wieder geschlossen werden muss, nützt das niemandem“, sagte CDU-Fraktionschef Burkard Dregger am Sonntag bei einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses. „Daher muss es unser vorrangiges Ziel bleiben, einen dritten Lockdown zu verhindern.“
Es sei mühsam gewesen, die Infektionszahlen wieder zu senken. „Die 7-Tage-Inzidenz beträgt jetzt 60 und muss weiter runter, deutlich unter die 50“, sagte der CDU-Politiker. Die 50 sei ein falscher Hoffnungswert, der für die Überforderung der Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Infektionsketten und für Kontrollverlust stehe, sagte Dregger. „Wir müssen klar sagen, dass wir zu einem wesentlich niedrigeren Infektionsniveau kommen müssen, damit die Öffnungen, die wir alle herbeisehnen, dann auch Bestand haben.“
Dregger verlangte, die Schulen müssten erst pandemiesicher gemacht werden, bevor sie öffnen könnten. Dazu müsse zum Beispiel sichergestellt sein, dass für alle Schülerinnen und Schüler sowie alle Lehrkräfte in den Klassenstufen mit Wechselunterricht mindestens zwei Schnelltests pro Woche möglich seien. Er forderte den Senat auf, dafür zu sorgen, dass Lehrern und Schülern altersgerechte medizinische Masken zur Verfügung stünden und Luftreinigungs- und CO2-Messgeräte für alle genutzten Klassenräume. Nach den Plänen des Senats sollen die Schulen ab dem 22. Februar schrittweise wieder öffnen können.

Kalayci warnt vor Mutationen

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat die Verlängerung des Corona-Lockdowns um drei Wochen bis zum 7. März als notwendig verteidigt. Zwar sei das Infektionsgeschehen zuletzt stetig zurückgegangen auf zuletzt unter 60 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche, sagte die SPD-Politikerin am Sonntag in einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses. Sorge bereiteten allerdings Mutationen des Coronavirus. In Berlin liege der Anteil dieser Varianten an den PCR-Tests inzwischen bei über zehn Prozent.
„Das können wir nicht ignorieren“, sagte Kalayci. Sollten die Virus-Varianten die Überhand gewinnen, könne das Infektionsgeschehen eine andere Dynamik bekommen. Zudem sei der Anteil der Gestorbenen an den Infizierten mit 2,3 Prozent (Bund 2,8) weiter hoch. Auch die Lage in den Krankenhäusern und Intensivstationen sei sehr angespannt. „Es gibt hier nach wie vor keine Entwarnung.“
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