Etwa 3000 Menschen haben nach Senatsangaben bei einer ganzen Reihe von Demonstrationen in Berlin am Montagabend gegen die Corona-Politik demonstriert. Das sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag mit Bezug auf die Senatsinnenverwaltung.
Die Polizei sprach von einem weitgehend störungsfreien Verlauf. Die meisten Demonstranten hätten sich an die Corona-Auflagen wie die Maskenpflicht gehalten. Vereinzelt sei es aber zu Verstößen gekommen und in Spandau sei eine Demonstration daher von der Polizei aufgelöst worden.
Die Veranstalter bezeichneten ihre zum Teil nicht angemeldeten Demonstrationen als „Montagsspaziergänge“ im Anklang an Kundgebungen 1989 in der DDR, wie in den entsprechenden Messenger-Kanälen zu lesen war und wie eine Polizeisprecherin bestätigte.
Ein größerer Demonstrationszug zog laut Polizei mit 320 Menschen vom Alexanderplatz über die Straße Unter den Linden. Dabei wurde vor dem ZDF-Hauptstadtstudio eine Kundgebung abgehalten, und es wurden Parolen wie „Lügenpresse“ gerufen. Ein „Tagesspiegel“-Reporter veröffentlichte ein Video auf Twitter, in dem die Slogans zu hören waren. Der Deutsche Journalisten-Verband sprach auf Twitter von einer „kleinen radikalen Minderheit der Impfgegner, Querdenker, Corona-Leugner, Medienhasser und Demokratiefeinde“.

Auflösung, Platzverweise, In-Beschlagnahme

Die Demonstration zog später wieder zurück zum Alexanderplatz. Der Deutsche Journalisten-Verband sprach auf Twitter von einer „kleinen radikalen Minderheit der Impfgegner, Querdenker, Corona-Leugner, Medienhasser und Demokratiefeinde“.
Am Rathaus Spandau löste die Polizei eine Kundgebung mit 160 Teilnehmern auf, die sich nicht an die Corona-Bestimmungen hielten, wie eine Sprecherin sagte.
Auf der Frankfurter Allee erteilte die Polizei fünf Demonstranten Platzverweise und beschlagnahmte Gegenstände wie Fahnen. In Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick versammelten sich an unterschiedlichen Orten bis zu 200 Menschen, oft ohne Corona-Masken. Die Polizei forderte das Befolgen der Regeln ein, woraufhin sich die Demonstration auflöste.
Vom Rathaus Schöneberg liefen rund 300 Menschen in Richtung Nollendorfplatz, sie trugen keine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren wegen der Verstöße sowie wegen Beleidigung und Widerstands ein. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt, konnten ihren Dienst aber fortsetzen. Protestiert wurde auch in Pankow, Neukölln und Tegel sowie vor den Rathäusern Tempelhof, Lankwitz und Zehlendorf.
In vielen Städten Deutschlands gab es am Montagabend erneut mehrere Corona-Demonstrationen, an denen mehrere zehntausend Menschen teilnahmen.
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