Nach der Ankündigung von voraussichtlich rund 18.000 Dosen zum Start der Corona-Impfungen in Berlin kommt aus der FDP-Fraktion Kritik.
Dass anfangs nur diese Menge zur Verfügung stehe, sei „nicht zu verstehen und skandalös“, teilte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Florian Kluckert, am Samstag mit. Er verwies auf wesentlich höhere Stückzahlen, von denen zuletzt die Rede gewesen sei. Allerdings ist bisher völlig unklar, in welchem Zeitraum Berlin mit rund 18.000 Dosen auskommen soll. Welche Menge nachkomme, hänge von den Bestell- und Lieferketten ab, die der Bund verantworte, teilte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Samstag auf Anfrage mit.
Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Freitagabend in der RBB-„Abendschau“ gesagt, nach derzeitigen Informationen gehe sie von zunächst rund 18.000 Impfdosen für den Impfstart am 27. Dezember aus. „Das wird noch nicht einmal für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen reichen.“ Zuletzt hieß es, dass in Berlin für das erste Quartal 2021 mit maximal 720.000 Impfdosen zu rechnen sei. Da die Impfung - je nach Stoff - im Abstand von zwei oder drei Wochen einmal wiederholt werden muss, würde das für 360.000 Berlinerinnen und Berliner reichen. Damit wäre Ende März zunächst nicht einmal ein Zehntel der Hauptstädter geimpft.
„Die Situation zeigt, dass sich der Senat hier nicht allein auf das Impfen verlassen kann“, betonte Kluckert. Da die Pandemie auch nach ersten Impfungen noch Monate andauern werde, müsse der Senat in anderen Bereichen nachsteuern, etwa bei der Kontaktnachverfolgung und dem Schutz von Pflegeheimen.
Die ersten Impfungen sollen Bewohner von Pflegeheimen, Menschen im Alter von über 80 Jahren sowie Beschäftigte im Pflege- und im medizinischen Bereich erhalten. Nach früheren Angaben sollen in den sechs Berliner Impfzentren bis zu 20.000 Menschen täglich geimpft werden können. Voraussetzung für den Impfstart am 27. Dezember ist die Zulassung des Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmakonzerns Pfizer. Die Empfehlung dafür wird für Montag von der EU-Arzneimittelagentur EMA erwartet. Die EU-Kommission will dann innerhalb von zwei Tagen über die Zulassung entscheiden.
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