Der Senat will sich bei diesen Verboten auf die aktuelle Corona-Verordnung stützen, die das ermöglicht. Die Senatsinnenverwaltung erstelle gerade eine Liste mit „Straßen, Plätzen und Grünanlagen“, für die das Verbot gelte, teilte ein Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag mit. Die Liste soll an diesem Mittwoch veröffentlicht werden.

Ausgewählte Gebiete zum Böllern

Bisher waren nur die beiden Böller-Verbotszonen vom vergangenen Jahr rund um die Pallasstraße in Schöneberg und am Alexanderplatz geplant. Geisel hatte allerdings am Dienstag in der Zeitung „Tageszeitung“ (Taz) angekündigt, der Senat werde über die ganze Stadt verteilte Gebiete auswählen, „in denen das Böllern auf Grundlage des Infektionsschutzes grundsätzlich untersagt ist“. Er fügte hinzu: „Ein bis zwei werden nicht reichen.“
Das Verbot in den beiden Gebieten vom vergangenen Jahr beruhte auf möglichen Gefahren durch Feuerwerk und zahlreichen Angriffen auf Polizisten und Feuerwehrleute in den Jahren zuvor. Weitere Zonen wurden auch deswegen nicht geplant, weil die Polizei sie nur mit großem Aufwand hätte kontrollieren können.

Feuerwerksverbot auf bestimmten Plätzen

Durch die neuen, strengen Corona-Verbote ergaben sich nun zusätzliche Optionen, die der Senat offenbar nutzen will. Beschlossen wurde kürzlich vom Bund und den Ländern ein Ansammlungsverbot für Menschen und daraus folgend auch ein Feuerwerksverbot auf besonders belebten Plätzen, die die Kommunen festlegen sollen. Zudem wurde der Verkauf von Feuerwerk verboten. Das erleichtert die Kontrollen durch die Polizei ungemein, weil nur ein Bruchteil der Menschen überhaupt mit Feuerwerk unterwegs sein wird.
Gerade in Ballungsgebieten wie Berlin dürfte nun die diesjährige Silvesternacht die ruhigste seit vielen Jahren werden - was manche Menschen bedauern und andere begrüßen werden. Nach Silvester ist dann eine erneute Debatte über den Umgang mit Silvesterfeuerwerk und Böllern in der Zukunft zu erwarten.
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