Bei privaten Treffen sind von diesem Sonntag an in Berlin die Auflagen in der Corona-Krise etwas gelockert. Es dürfen fünf Personen aus zwei Haushalten zusammen kommen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt, wie aus der seit Sonntag gültigen und geänderten Verordnung zum Infektionsschutz hervorgeht. Vorher durfte sich ein Hausstand nur mit einer Person eines anderen Hausstandes treffen. Auch Sport im Freien zum Beispiel ist mit bis zu fünf Menschen kontaktfrei aus bis zu zwei Haushalten erlaubt. Fitnessstudios oder Schwimmbäder aber bleiben geschlossen.
Erst nach dem Feiertag in Berlin am 8. März werden dann Geschäfte von Dienstag an unter Einschränkungen wieder öffnen können. Kunden brauchen zum Einkaufen einen gebuchten Termin und sollen ein festgelegtes Zeitfenster zur Verfügung haben. Die Kundenzahl im Laden wird begrenzt. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg rechnete damit, dass viele Einzelhändler mitmachen werden und die Online-Terminvergabe vorbereiteten.

Berliner über 65 können Termine für Astrazeneca-Impfung buchen

Termine für eine Covid-19-Impfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca werden in Berlin von Sonntag an auch an Menschen über 65 Jahre vergeben. Das kündigte die Gesundheitsverwaltung am Samstag an. „Die bei der Buchung vorgenommene Unterscheidung in unter oder über 65-Jährige fällt weg, da der AstraZeneca-Impfstoff jetzt auch für über 65-Jährige Berliner*innen zugelassen ist“, erklärte die Behörde. Eine Impfung ist jedoch erst nach Einladung möglich.
Viele über 70-Jährige, die diese nun bekommen, hätten damit die Möglichkeit, einen zeitnahen Astrazeneca-Termin zu buchen, hieß es. Das Gleiche gelte für 65- bis 70-Jährige mit bestimmten chronischen Erkrankungen.
„Es ist gut, dass wir nun ein früheres Impfangebot machen können“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). „Ich bitte alle, die eine Einladung zum Impfen erhalten, eindringlich, diese anzunehmen und sich impfen zu lassen.“
Astrazeneca wird im Impfzentrum im früheren Flughafen Tegel und von nächster Woche an auch im früheren Flughafen Tempelhof verabreicht. Auch in Arztpraxen sollen in der kommenden Woche Impfungen beginnen. Die Kassenärztliche Vereinigung geht davon aus, dass auch dort zunächst Astrazeneca genutzt wird.

Gut 300 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet

Das Coronavirus breitet sich in Berlin mit unveränderter Geschwindigkeit aus. Am Samstag meldeten die Gesundheitsämter der Stadt 313 neue Infektionen, das waren zwei mehr als am Samstag vergangener Woche. Seit Mitte vergangener Woche ist das Infektionsgeschehen in Berlin wieder stärker als bundesweit: Je 100.000 Einwohner steckten sich in den vergangenen sieben Tagen rund 68 mit der Seuche an, deutschlandweit waren es 65.
Diese Kennziffer ist maßgeblich für die Öffnungsstrategie des Landes. Der Wert muss unter 100 liegen, damit die ab kommender Woche geltenden Lockerungen Bestand haben. Einkaufen in bislang geschlossenen Geschäften beispielsweise soll ab Dienstag mit Termin möglich sein. Bei privaten Treffen sind dann zwei Haushalte mit insgesamt fünf Personen zugelassen, Kinder bis 14 Jahre nicht eingerechnet.
Zwischen den Bezirken gibt es deutliche Unterschiede, was die Infektionen angeht. Infizierten sich in Pankow in den vergangenen sieben Tagen rechnerisch 37,1 Menschen, waren es in Neukölln 94,9.
Seit Ausbruch der Pandemie haben sich 123.503 der rund 3,7 Millionen Berlinerinnen und Berliner mit dem Coronavirus angesteckt. 2892 Patienten sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Knapp 216.000 Menschen haben die erste Impfdosis erhalten, gut 127.500 auch die notwendige zweite Dosis.
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