„Wir haben in Berlin ein Modellprojekt mit 137 Praxen. Das ist natürlich viel zu wenig. Ich möchte, dass alle Arztpraxen impfen können“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag beim Besuch des Impfzentrums in Tegel, in dem seit dem Vormittag wieder Astrazeneca-Impfstoff im Einsatz ist. „Ab April ist mein großer Wunsch, dass wir auch das Impfen bei den niedergelassenen Ärzten durchführen können“, sagte Kalayci.
Durch den vorübergehenden Impfstopp für Astrazeneca sei Vertrauen verloren gegangen. „Das ist das Beste, was einem passieren kann, dass einem der vertraute Hausarzt die Risiken erklärt und auch Bedenken ausräumen kann.“ Dadurch lasse sich die Impfbereitschaft erhöhen, argumentierte die Senatorin.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca aus Sicht der EMA sicher

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist aus Sicht der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) sicher, wie die Behörde am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Es werde aber eine extra Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen. Die Vergabe des Impfstoffs war wegen der Prüfung der Behörde in dieser Woche bundesweit kurz ausgesetzt worden.
Kalayci sagte, im Rahmen der Impfungen werde nun auch auf die sehr seltenen Nebenwirkungen hingewiesen. Der Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers schütze vor schweren und vor tödlichen Krankheitsverläufen. „Die Wirksamkeit ist sehr hoch.“ Die Senatorin erklärte, sie lade alle ein, die bereits eine Impfeinladung und einen Code bekommen hatten, ihre Termine in Anspruch zu nehmen.
Die Zahlen für Buchungen von Impfterminen seien nach der Entscheidung, Astrazeneca wieder zuzulassen, noch nicht sehr hoch. „Es sieht noch nicht so aus, dass das Impfzentrum voll wird“, sagte Kalayci am Freitagmittag. Auch im Impfzentrum Tempelhof sollte der Impfbetrieb am Freitag wieder starten.
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