Dabei solle vor allem die Möglichkeit ausgeweitet werden, sich selbst auf das Coronavirus zu testen, sagte Fraktionsvorsitzende Silke Gebel am Montag. „Ich wünsche mir, dass der Bund Selbsttests für alle ermöglicht. Das ist überfällig, weil es ein zentraler Baustein der Pandemiebekämpfung ist.“ Bisher ist das in Deutschland nur in Ausnahmefällen erlaubt, etwa für Lehrkräfte.
In Expertenkreisen gelten Selbsttests als kritisch, weil sie zu falschen Ergebnissen führen können, wenn sie nicht korrekt durchgeführt werden.

Selbstttests sollten an Schulen zur Praxis werden

Die Selbsttests an Schulen auszuweiten, findet Gebel richtig. Nach ihrer Ansicht sollte das flächendeckend und regelmäßig die Praxis sein, zum Beispiel dreimal die Woche. Die Schnelltests müssten in Berlin von der Bildungsverwaltung zur Verfügung gestellt werden. „Das gilt erstmal nur für die Lehrkräfte. Ich fände es aber auch gut, wenn es das auch als Heimtest und dann auch für die Schülerinnen und Schüler gäbe“, so die Grünen-Politikerin.

In jedem Fall müssten Selbsttests auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden. „Das Personal in der Notbetreuung zum Beispiel muss ebenfalls möglichst schnell die Möglichkeit haben, sich selber zu testen“, sagte Gebel.
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende befürwortet auch Massenschnelltests, wie es sie unter anderem in Österreich schon gegeben hat. Wenn man die gesamte Bevölkerung teste, ließen sich Infektionen feststellen, die sonst unentdeckt blieben, argumentiert die Grünen-Politikerin. Nötig sei eine nationale Strategie für Massenschnelltests. Kritisch sieht Gebel die zahlreichen privaten Anbieter von Schnelltests, die es seit mehreren Wochen auch in Berlin gibt. „Der Wildwuchs an Schnellteststellen ist ein Politikversagen“, kritisierte sie.
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