Das neue Impfzentrum in Tempelhof soll nach dem Start am Montag zunächst nur nachmittags geöffnet sein. Für die Startphase seien zunächst 200 Impfungen pro Tag vorgesehen, sagte die Sprecherin der Impfzentren, Regina Kneiding, am Freitag. Das letzte von sechs Berliner Einrichtungen dieser Art ist im Hangar 4 des ehemaligen Flughafens untergebracht. Dort kommt der Impfstoff von Astrazeneca zum Einsatz.

Eigene Bus-Linie der BVG

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) teilten am Freitag mit, es sei eine Zubringer-Lininie mit zwei Kleinbussen zum neuen Impfzentrum geplant. Sie sind demnach täglich zwischen 12 und 19.30 Uhr im Einsatz; ab dem 22. März, wenn der Impfbetrieb auf zwei Schichten ausgeweitet wird, dann von 8.30 bis 19.30 Uhr. Die Busse starten am U-Bahnhof Paradestraße, die Fahrt dauert etwa drei Minuten.

Corona-Impfstoffe in Berlin

Künftig gibt es für die drei bisher in Berlin genutzten Corona-Impfstoffe dann jeweils zwei Impfzentren, wie Kneiding erläuterte: In der Arena und auf dem Messegelände in Charlottenburg kommt der Impfstoff von Biontech-Pfizer zum Einsatz, im Erika-Heß-Eistadion in Wedding und im Velodrom in Pankow der Impfstoff von Moderna. In Tempelhof und im Terminal C des ehemaligen Flughafens Tegel ist es der des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca.
In Tegel ist damit bisher vor allem medizinisches Personal und Pflegepersonal geimpft worden. Aber unter anderem auch für Polizisten sowie Erzieherinnen und Erzieher ist er vorgesehen. Im Impfzentrum Tegel, wo bis zu 3800 Impfungen täglich möglich sind, wurden die Kapazitäten bislang bei weitem nicht ausgeschöpft.

Müller ruft zu Impfung auf

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie am Donnerstag alle Impfberechtigten aufgefordert, die Möglichkeit für den Impfschutz zu nutzen. „Der Impfstoff ist da, wir haben Termine. Bitte nehmen Sie dieses Angebot auch an. Es schützt und hilft, es rettet Leben“, sagte er. Auch die Skepsis gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff sei nicht gerechtfertigt.
Der Astrazeneca-Impfstoff hat eine geringere Wirksamkeit als der von Biontech/Pfizer und Moderna, aber mit einer von 70 bis 80 Prozent nach Expertenmeinung immer noch eine gute. Die Ständige Impfkommission in Deutschland (Stiko) hatte ihn - anders als die EU-Arzneimittelbehörde EMA - vorerst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil ausreichend Daten zur Wirkung bei Älteren fehlten. Am Donnerstag teilte die Stiko vorab mit, die Impfung mit dem Mittel „für alle Altersgruppen, entsprechend der Zulassung zu empfehlen“.
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