492 Menschen, die in solchen Heimen lebten, sind seit dem Frühjahr nach Corona-Infektionen gestorben. Das teilte die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch auf Anfrage mit (Stand 15. Dezember).
Anfang Dezember waren es noch 224 gewesen. Insgesamt sind bisher 899 Corona-Todesfälle in Berlin erfasst (Stand 1. Dezember: 594). Mehr als jeder zweite nachgewiesene Fall betrifft damit Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Auch der „Tagesspiegel“ hatte über die Zahlen berichtet.

Zahl der Infektionen bei Pflegeheimbewohnern schnellte weiter in die Höhe

Auch die Zahl der Infektionen bei Pflegeheimbewohnern schnellte seit Anfang des Monats weiter in die Höhe: von damals 2050 auf nun 3425. Zudem wurden in dem Zeitraum rund 600 Pflegekräfte positiv getestet. Zuletzt war der Einsatz von Schnelltests in den Heimen deutlich ausgeweitet worden, einen Überblick über deren Einsatz gibt es allerdings nicht. Positive Ergebnisse müssen mit einer Laboruntersuchung abgesichert werden.
Beim bislang größten bekannt gewordenen Ausbruch in einem Gesundheits- und Pflegezentrum in Mitte wurden laut Gesundheitsverwaltung bisher 115 Bewohner und 50 Mitarbeiter positiv getestet. Die Behörden vermuten als Grund für die rasche Verbreitung des Virus das Verhalten psychisch erkrankter Bewohner, denen häufig die Einsicht für die Maßnahmen fehle.

Neue Regeln für Pflegeheime in Berlin

Im Zuge des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten für Pflegeheime in der Stadt ab Mittwoch neue Regeln. So müssen die Beschäftigten verpflichtend alle zwei Tage auf das Coronavirus getestet werden, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) mitteilte. Besucher dürfen nur dann in die Einrichtungen kommen, wenn sie Maske tragen und ein negatives Testergebnis vorweisen. Dieses darf nicht älter als 24 Stunden alt sein, andernfalls sollen sich Besucher vor Ort testen lassen können. Besuchsregeln wurden verschärft.
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