Der Mittlere Schulabschluss (MSA) nach der 10. Klasse soll in Berlin in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und eingeschränkter Vorbereitungen ohne schriftliche Klausuren vergeben werden. „Die Lehrkräfte können sich so besser auf die Wissensvermittlung im Unterricht konzentrieren, damit die Schüler in dieser besonderen Zeit gute Bildungsabschlüsse machen können“, teilte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) dem „Tagesspiegel“ (Sonntag) mit. Wegfallen sollen alle drei Klausuren in Mathematik, Deutsch und einer Fremdsprache. Die mündliche Präsentationsprüfung soll aber trotzdem stattfinden.

Unterschiedliche Bedingungen an den Berliner Schulen

Ein ähnliches Verfahren wurde an den Sekundarschulen und Gymnasien bereits 2020 gewählt, um Schülern und Lehrern die Bewältigung des Schulablaufs in der Pandemie zu erleichtern. Schulen hatten auch betont, dass es wichtiger sei, weiteren neuen Stoff durchzunehmen als die knappe verbliebene Zeit für die Klausurvorbereitung nutzen zu müssen.
Ein Problem ist auch, dass die Schüler der 10. Klassen sich nur unter unterschiedlichen Bedingungen vorbereiten können. Das ist zum einen abhängig davon, wie ihre Lehrer das Lernen zu Hause begleiten. Zum anderen kommt ein Teil der Abschlussjahrgänge an manchen Schulen ab Montag freiwillig wieder zurück in einen fast regulären Unterricht, andere Schulen ermöglichen das nicht.
Der Beginn des Unterrichts nach den Weihnachtsferien wurde in den meisten Klassen um mehrere Wochen aufgeschoben. Nur für die Abschlussklassen 10, 12 und 13 an Gymnasien und Sekundarschulen sollen ab Montag Präsenzangebote in kleinen Gruppen möglich sein.
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