Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat sich zufrieden gezeigt mit den Ergebnissen des „Impfgipfels“ am Montag. Für Länder und Kommunen sei der nun vereinbarte nationale Impfplan gegen Corona sehr wichtig, sagte der SPD-Politiker am Montag nach den Beratungen von Bund, Ländern, Herstellern und EU-Vertretern.

Mehr Verlässlichkeit gefordert

Sie benötigten mehr Verlässlichkeit und Klarheit darüber, was wann in welchen Mengen geimpft werden könne, damit sie sich rechtzeitig räumlich, mit Personal und ihrem Einladungssystem darauf einstellen könnten. Das gelte umso mehr, je größer perspektivisch der Umfang der Lieferungen werde. „Das wir uns dem jetzt gezielter zuwenden, ist ein ganz wichtiger Schritt“, so der aktuelle Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz.
„100.000 Impfdosen mehr oder weniger zu haben, ist nichts Abstraktes“, sagte Müller. „100.000 Impfdosen mehr oder weniger bedeutet für 50.000 Menschen mehr Sicherheit und mehr Gesundheitsschutz. Und darum geht es.“ Bei dem Treffen am Montag sei ihm und den Ländern wichtig gewesen, das „eins zu eins“ zu vermitteln. „Ich glaube, diese Botschaft ist in aller Klarheit auch angekommen“, so Müller.

Impfstofflieferung wird erst zum Sommer richtig in Fahrt kommen

„Man muss ehrlicherweise, Stand heute, sagen: Es wird im ersten Quartal knapp bleiben“, fügte er mit Blick auf den verfügbaren Impfstoff hinzu. Die Erwartungen der Menschen könnten hier noch nicht zu 100 Prozent erfüllt werden, weil die Produktion - das sei in der Runde am Montag deutlich geworden - eben nicht beliebig erweiterbar sei. Ab dem zweiten Quartal werde dann so viel Impfstoff zur Verfügung stehen, dass es „in großen Schritten“ vorangehe, zeigte sich Müller überzeugt.
Dass das der Corona-Impfstoff im ersten Quartal so knapp sei, sei bedauerlich. Gleichwohl gelte: „Es ist ein Glücksfall, dass wir überhaupt diese Impfstoffe zur Verfügung haben.“ Und es sei nach wie vor „spektakulär“, dass dies in einer internationalen Anstrengung gelungen sei. „Es bleiben angespannte Wochen, die vor uns liegen, aber es werden auch entspannte Wochen auf uns zukommen.“

Müller zuversichtlich bei Berliner Organisation

Müller zeigte sich zuversichtlich, dass die Organisation der Corona-Impfungen in Berlin auch bei stark steigenden Impfzahlen gut funktioniert. Die Kapazitäten seien da. Und das Berliner Verfahren, bei dem per Brief eingeladen werde, stoße auf Zustimmung in der Bevölkerung. „Es funktioniert vor Ort.“ Müller: „Mein Eindruck ist, dass auch akzeptiert wird, im Rahmen einer weltweiten Krise, einer Pandemie, wenn es auch mal ein paar Tage dauert, bis man einen Termin hat.“ Großen Unmut gebe es erst, wenn Termine nicht eingehalten würden.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte nach dem „Impfgipfel“ das Ziel, allen Bundesbürgern bis zum Ende des Sommers am 21. September ein Impfangebot zu machen. Nach massivem Ärger über organisatorische Probleme wollen Bund und Länder sich enger über nach und nach zu erwartende Liefermengen abstimmen. In einem „nationalen Impfplan“ wollen sie künftig auch bestimmte Annahmen modellieren, um Impfstoffmengen vorab besser abschätzen zu können.
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