Aus Sicht des Berliner Verwaltungsgerichts ist der Ausschluss einzelner Klassenstufen vom Wechselunterricht rechtswidrig. Ob die beiden Schüler, die mit dieser Entscheidung vom Mittwoch Recht bekommen haben, tatsächlich Wechselunterricht bekommen, müsse die jeweilige Schule entscheiden. Das sagte Gerichtssprecher Dominic Hörauf am Donnerstag. „Die Kammer hat gesagt, die Schüler müssen genauso behandelt werden wie die Abschlussklassen.“ In dem Fall gilt bis zum 16. März, dass die Schulen im Einvernehmen mit der Schulaufsicht eine Einzelfallentscheidung treffen, ob Wechselunterricht angeboten wird.

Streit um Wechselunterricht vor Gericht

Geklagt hatten zwei Gymnasiasten aus der 7. und 9. Klasse, die zurzeit keinen Unterricht in der Schule haben. „Der Beschluss hat nur Geltung für die Beteiligten“, erklärte der Sprecher. „Und die Beteiligten waren die einzelnen Schüler. Das kann im Ergebnis dazu führen, dass die Schule sagt, wir bieten Präsenzunterricht im Wechselmodell für den einzelnen Schüler an“, erläuterte Hörauf. „Wobei bei lebensnaher Betrachtung wird es so sein, dass die Schule dann eine Entscheidung für die Jahrgangsstufe trifft.“
Wenn andere Eltern das gleiche Recht in Anspruch nehmen möchten, müssten sie ebenfalls vors Verwaltungsgericht ziehen. „Wobei sich wahrscheinlich aus deren Sicht anbietet abzuwarten, ob der Senat sich dem beugt, das ist ja durchaus eine Möglichkeit.“
Das Verwaltungsgericht hatte am Mittwoch den Eilanträgen der Schüler teilweise stattgegeben. Einzelne Jahrgangsstufen jenseits der Primarstufe und der Abschlussklassen von der Präsenzbeschulung im Wechselmodell vollständig auszuschließen, sei „gleichheits- und deshalb rechtswidrig“, argumentierte das Gericht.
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