In Berlin dürfen Bars ab Freitag wieder Gästen bewirten. Wie für Cafés und Restaurants gilt das zunächst aber nur für die Außenbereiche und nach pandemiebedingten Regeln. Das teilte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung mit. Gäste müssen ein negatives Testergebnis nachweisen - oder vollständigen Impfschutz. Verpflichtend sind außerdem feste Sitzplätze vor der Bar. Als Grundregel nannte Kollatz: „Bitte keine Menschentrauben bilden, sich irgendwo hinsetzen in der jeweiligen Kleingruppe, und dann ist alles gut.“
Die Regeln zum Verkauf von Bier, Wein und anderem Alkohol werden nur leicht gelockert: Bisher war es verboten, alkoholische Getränke in Berlin nach 22 Uhr auszuschenken oder zu verkaufen. Künftig gilt das zwischen 23 und 5 Uhr. Kollatz begründete das Festhalten an dieser Einschränkung damit, der Verkauf von Alkohol begünstige Menschenansammlungen - das erhöhe das Risiko von Corona-Infektionen.

Badesaison in Berlin kann beginnen

Am Freitag startet zudem in Berlin die diesjährige Freibadsaison. Zunächst öffnen elf Frei- und Sommerbäder, darunter das Sommerbad Humboldthain, das Strandbad Wannsee, das Prinzenbad in Kreuzberg und das Sommerbad Pankow, wie Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte. Bis Mitte Juni sollen die anderen 14 Bäder folgen. Wegen des Hygienekonzepts dürften die Bäder wieder öffnen, obwohl die Inzidenz immer noch wesentlich höher sei als bei der Entscheidung im vergangenen Jahr.
Kinder bis zu 12 Jahren dürfen in den Sommerferien in den Berliner Bädern kostenlos planschen und schwimmen, wie Geisel weiter sagte. Ob die Regelung das 13. Lebensjahr einschließt, konnte ein Sprecher des Senats zunächst nicht sagen. Den Schwimmvereinen werden in diesem Sommer erstmalig die Freibäder in den späten Abendstunden nach dem Publikumsbetrieb zur Verfügung gestellt, um ihnen die Möglichkeit zum Training zu geben. „Ich glaube, dass ist ein ganz wichtiges Zeichen der Hoffnung“, sagte Geisel. Laut Senat gilt die Regelung ab sofort.
Wie in der vergangenen Saison soll es wieder Zeitfenster zum Schwimmen geben. Der Kartenverkauf startet online am Mittwoch um 7.00 Uhr, hieß es in einer Mitteilung. Neu ist eine Testpflicht: Am Eingang der Bäder muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 24 Stunden ist. Alternativ gelte auch ein Nachweis über eine überstandene Corona-Infektion (nicht älter als 6 Monate) oder der Nachweis einer vollständigen Impfung (zweite Impfung 14 Tage zuvor). In den Bädern bleiben Sprungtürme und Rutschen zunächst gesperrt, genauso wie Umkleiden und Duschen. Die Kapazität in den Becken ist begrenzt.

Weitere Schritte zur Öffnung

Der Berliner Senat plant in zunächst zwei Stufen weitere Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie. Wie die Senatskanzlei mitteilte, sollen ab 4. Juni Kontaktbeschränkungen gelockert werden und Fitness- sowie Tanzstudios wieder öffnen dürfen. Die Innenbereiche von Zoo, Tierpark und Botanischem Garten sollen mit Reservierungs- und Testpflicht wieder zugänglich sein, der Betrieb in Hochschulen mit Lehrveranstaltungen in Kleingruppen wieder schrittweise anlaufen.
Ab 18. Juni ist dann unter anderem vorgesehen, wieder touristische Übernachtungen in Hotels sowie Innengastronomie mit Personenbegrenzung, Reservierungspflicht und Testpflicht zu ermöglichen. Im Einzelhandel soll die Testpflicht dann wegfallen. Endgültig beschlossen werden sollen die Lockerungen im Juni. Voraussetzung sind stetig sinkende Infektionszahlen.

Geplante Lockerungen ab dem 4. Juni

Draußen dürfen sich wieder zehn Personen aus drei Haushalten plus Kinder bis 14 Jahren treffen. Drinnen bleibt es zunächst bei der ab Mittwoch (19.5.) geltenden Regelung, die Treffen von fünf Personen aus zwei Haushalten plus Kinder erlaubt.
Veranstaltungen im Freien sind mit bis zu 500 Personen möglich; ab 250 Personen gilt generell eine Testpflicht. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, darunter in Theatern, Konzertsälen oder Kinos, sind mit bis zu 100 Personen erlaubt; ab 11 Teilnehmern besteht Testpflicht. Ausnahmen mit mehr Personen sollen bei maschineller Lüftung und nach dem Hygienerahmenkonzept Kultur möglich sein.
Freizeitangebote im Freien werden erlaubt. Die Innenbereiche von Zoo, Tierpark und Botanischem Garten dürfen öffnen - alles mit Reservierungs- und Testpflicht.
Bei Sport im Freien in Gruppen entfallen Obergrenzen, für Erwachsene besteht Testpflicht. Sport in geschlossenen Räumen wird in Gruppen von maximal zehn Personen und mit Testpflicht für Erwachsene erlaubt. Wettkämpfe in kontaktarmen Sportarten sind wieder möglich, im Profisport auch mit Zuschauern.
Fitness-, Sport- und Tanzstudios dürfen mit Personenbegrenzung, Terminbuchung und Testpflicht öffnen.
Hochschulen dürfen Bibliotheken öffnen und wieder Präsenzveranstaltungen in Kleingruppen anbieten, Mensen öffnen.

Geplante Lockerungen ab dem 18. Juni

Nun sind auch drinnen wie bereits seit 4. Juni draußen Treffen mit zehn Personen aus drei Haushalten erlaubt - plus Kinder.
Veranstaltungen im Freien sind für bis zu 1000 Personen gestattet; ab 250 Personen besteht Testpflicht. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind mit bis zu 200 Personen möglich; ab 11 Personen besteht Testpflicht. Ausnahmen mit mehr Personen sollen möglich sein bei maschineller Lüftung und nach dem Hygienerahmenkonzept Kultur.
Die Gastronomie darf auch ihre Innenräume öffnen, mit Personenbegrenzung, Reservierungs- und Testpflicht.
Freizeitangebote draußen sollen ohne Terminbuchung und ohne Test erlaubt sein, drinnen mit Terminbuchung und Testpflicht
Hotels dürfen wieder touristische Übernachtungen anbieten bei maximal 50 Prozent Belegung und Testpflicht.
Im Einzelhandel entfallen Testpflicht und Kontaktnachverfolgung.
Hochschulen dürfen wieder Prüfungen und größere Lehrveranstaltungen in Präsenz anbieten, mit Testung und Hygienekonzept.
Sport in Gruppen wird im Freien ohne Test erlaubt. Wettkämpfe im Freien sind generell mit Zuschauern, Testpflicht und Personenobergrenzen möglich. Keine Obergrenzen gelten mehr für Sport in geschlossenen Räumen, jedoch eine Testpflicht für Erwachsene. Wettkämpfe in geschlossenen Räumen im allgemeinen Sportbetrieb sind ohne Zuschauer mit Testpflicht und Personenobergrenzen erlaubt.
Sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr werden wieder gestattet. In Bordellen und der „Prostitutionsvermittlung“ sind Hygienekonzept, Terminbuchung und Testpflicht Voraussetzung.
Bereits ab diesem Mittwoch greift in Berlin die bundesweite Corona- Notbremse nicht mehr. Die strikten nächtlichen Ausgangsbeschränkungen entfallen, Museen dürfen öffnen und Theater, Konzerthäuser oder Kinos wieder Veranstaltungen im Freien anbieten - mit zunächst maximal 250 Personen. Von Freitag an ist die Außengastronomie wieder erlaubt.

Berlin will nach den Sommerferien zurück zum Präsenzunterricht

Berlins Schülerinnen und Schüler sollen nach den Sommerferien keinen Wechselunterricht mehr haben. Die Bildungsverwaltung beabsichtige in jedem Fall, den Schuljahresbeginn in einem Präsenzsystem zu gestalten, kündigte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) an. Das heißt, der Unterricht soll dann wieder ganz in der Schule stattfinden, nicht wie bisher im Wechsel mit digitalem Lernen zu Hause. Voraussetzung sei eine entsprechende Entwicklung der Infektionszahlen, sagte Kollatz. Bis zu den Sommerferien bleibe es aber bei der bisherigen Regelung, dass es nur zum Teil Unterricht in der Schule gebe.
Andere Bundesländer wie das Saarland haben bereits angekündigt, noch im laufenden Schuljahr zum Präsenzunterricht zurückzukehren. „Da muss man auch dazu sagen, es ist ein bisschen getrieben dadurch, dass wir einen ausgesprochen frühen Ferientermin in Berlin haben“, erklärte der Senator die Entscheidung in Berlin. Andere Bundesländer seien da in einer anderen Situation. „Wir kommen aus den Schulferien wieder zurück, wenn andere noch nicht in den Sommerferien sind.“
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