Berliner kaufen Frühblüher in Brandenburg, während die Pflanzen in geschlossenen Betrieben der Hauptstadt verderben - diese Aussicht sorgt im Handel für Kritik. So sind aber die aktuellen Corona-Regeln.
„Es ist absolut nicht nachvollziehbar, dass sich Berlin selbst Ketten anlegt“, sagte Nils Busch-Petersen, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Denn in Brandenburg dürfen die Gartenmärkte von Montag, 1. März, an wieder öffnen, in Berlin nicht. Dort ist nur ein Abholen nach telefonischer Bestellung möglich.
Pflanzen würden überwiegend im Freien verkauft, das Infektionsrisiko im Handel sei gering, argumentierte Busch-Petersen. Es brauche einen Lichtblick für die Menschen, die auf ihre Wohnung und ihren Balkon zurückgeworfen seien.
Unterstützung kam von der FDP: „Es kann nicht sein, dass die Berliner Gartencenter nach der langen Eiszeit nun den Saisonstart verpassen, nur weil der Senat nicht aus dem Knick kommt“, sagte Fraktionschef Sebastian Czaja. Die rot-rot-grüne Landesregierung sei ignorant gegenüber den Problemen der Wirtschaft.

Corona-Infektionslage in Berlin

Angesichts der Corona-Infektionslage und Virus-Varianten sah der Berliner Senat bisher nicht die Zeit für rasche Lockerungen. Die Hauptstadt will möglichst einheitlich mit den übrigen Bundesländern und dem Bund vorgehen und vor weiteren Senatsbeschlüssen die Ergebnisse der nächsten Schalte der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 3. März abwarten. Am 4. März steht dann eine Sondersitzung des Senats an.
Handelsvertreter Busch-Petersen sagte: „Wir haben keine Zeit für ideologische Diskussionen, die Betriebe sterben.“ Nicht nur Baumärkte büßten das Geschäft mit Frühlingsblumen und -zwiebeln ein, auch inhabergeführte Gartencenter und Gärtnereien sowie Blumenläden.
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