In Berlins Vivantes-Kliniken ist eine zweite Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden. Bekannt ist sie mit Namen B.1.351 aus Südafrika. Beide Fälle seien von außen ins Krankenhaus eingetragen worden, teilte der Konzern am Freitag mit. Es handle sich um einen Patienten im Vivantes Humboldt-Klinikum - nicht im Zusammenhang mit einer Reise. Ein zweiter Patient im Vivantes Klinikum Spandau war zuvor in Südafrika. Beide Kranke seien nun isoliert untergebracht.

30 Patienten und Mitarbeiter mit britischer Virus-Variante infiziert

Von der britischen Variante B.1.1.7 sind in Vivantes-Kliniken inzwischen 30 Fälle nachgewiesen - zwei mehr als am Donnerstag. Betroffen sind sowohl Kranke als auch Pflegepersonal. An der Charité sind ebenfalls mehrere Fälle mit Varianten bekannt.
Beide großen Klinikverbünde suchen über das Labor Berlin gezielt nach Mutationen, um ihre Verbreitung besser einschätzen zu können. Varianten sind mit dem üblichen PCR-Test nicht zu entdecken, sondern können nur über eine aufwändige Genomsequenzierung nachgewiesen werden.

Einreisesperren geplant

Mutationen des Virus können ansteckender sein und die Pandemie beschleunigen. Wissenschaftler sehen im aktuellen Lockdown deshalb auch eine Maßnahme, ihre Verbreitung aufzuhalten - solange noch nicht genug Menschen geimpft sind. Geplant sind auch Einreisesperren aus dem Ausland. Die zugelassenen Impfstoffe wirken nach Angaben der Hersteller bisher auch gegen die bekannten Mutationen.
Derzeit ist der Verbreitungsgrad der neuen Varianten in Deutschland noch nicht genau erfasst, die Überwachung wird derzeit ausgebaut. In Deutschland gibt es bisher rund 150 Nachweise von Mutationen, darunter auch eine brasilianische. „Es werden immer mehr Fälle und Ausbrüche gemeldet“, sagte Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), am Freitag. Das liege aber auch an einer gezielteren Suche.
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