Die für den Fall besonders hoher Corona-Zahlen geplante Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometern um die Berliner Stadtgrenze greift frühestens am Wochenende. Das gilt auch, wenn der Grenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche schon früher überschritten werden sollte, wie die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch auf dpa-Anfrage erläuterte.

Inzidenzwert in Berlin nur noch knapp unter 200

Grund: Die neue Regel ist in der aktualisierten Infektionsschutzverordnung verankert, die am Samstag in Kraft treten, also rechtliche Wirkung entfalten soll. Somit wäre der im täglichen Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom nächsten Samstag festgestellte Inzidenzwert zur Infektionszahl der erste, auf dessen Grundlage die Regel umgesetzt werden könnte.
Der Senat hatte die drastische Beschränkung am Dienstag für den Fall beschlossen, dass die Zahl von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten wird. An dem Tag lag Berlin mit einem Wert von 199,9 knapp darunter.

Familienbesuche sind nicht erlaubt

Sollte die Regel kommen, gelten Ausnahmen: Das können neben der Arbeit etwa Arzt- oder Zahnarztbesuche, Aufenthalte im Krankenhaus, Gerichts- und Behördentermine oder die Pflege von Angehörigen sein. Auch Datschenbesitzer dürfen unabhängig von dem Radius zu ihrem Eigentum, soweit die Regeln anderer Bundesländer dies zulassen.
Nicht erlaubt außerhalb des Radius wären hingegen Besuche bei Eltern, Großeltern oder Kindern, sportliche Aktivitäten oder der Besuch einer Kirche. Im Unterschied zu den bereits seit vergangenem Samstag geltenden Regelungen in Brandenburg wäre auch Einkaufen kein erlaubter Grund, den Radius zu verlassen.
Die Radius-Regel soll im Falle eines Inkrafttretens solange gelten, bis die sogenannte Inzidenz sieben Tage am Stück wieder unter dem Wert von 200 liegt. Bei Verstößen drohen Bußgelder.
Mehr zu Corona und den Folgen in Berlin und Brandenburg lesen Sie auf unserer Themenseite.