Bei ihrer ersten Schaltkonferenz des neuen Jahres beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer am Dienstag (13.00 Uhr) über eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rechnet damit, dass dieser bis Ende des Monats fortgesetzt wird. Es gebe zwar eine sehr positive Entwicklung bei den Inzidenz-Zahlen, aber noch gar keine Entlastungen im Klinikbereich, sagte Müller am Montag dem rbb. „Insbesondere aus der Charité kommen weiter die Warnmeldungen. Insofern muss man das weiterhin sehr ernst nehmen. Also bis zum Ende des Monats sehe ich weiter die Beschränkung“, so der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz.
In den vergangenen Tagen deutete sich bereits an, dass das öffentliche Leben wegen hoher Infektionszahlen vorerst noch nicht wieder hochgefahren wird. Die Mehrheit der Ministerpräsidenten und der Bund sind für eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen um drei Wochen bis Ende Januar.

Kalayci: „Der Winter wird noch hart“

Auch Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat dafür geworben, den Lockdown in Deutschland zu verlängern. Die Zahlen in Berlin seien „nach nach wie vor besorgniserregend“, sagte sie am Montagabend in der rbb-„Abendschau“. Derzeit gebe es etwa 5000 Neuinfektionen pro Woche - „und wir wollen auf 1000 runter.“ Kalayci sprach von einem weiten Weg. „Und der Winter wird noch hart“, sagte die Senatorin. Sie rief die Menschen zu Disziplin auf. „Und ich hoffe, dass dieser Lockdown bis Ende Januar weitergeht.“
Seit 16. Dezember sind viele Geschäfte in Deutschland, aber auch die Schulen und Kitas dicht. Es gelten zudem strenge Beschränkungen etwa für private Treffen. Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen mussten bereits mehrere Wochen vorher schließen. Ziel der Maßnahmen ist es, Kontakte zwischen Menschen und damit Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden.
Bund und Länder hatten den harten Lockdown Mitte Dezember zunächst bis zum 10. Januar beschlossen. Schon damals gab es Stimmen, die eine Verlängerung mit Blick auf die Corona-Lage für wahrscheinlich hielten.

Arena-Halle in Treptow wieder geöffnet

Unterdessen sollen von Montag an in der Arena-Halle in Treptow wieder Menschen gegen das Corona-Virus geimpft werden. Rund 15 800 Einladungsschreiben wurden bislang nach Senatsangaben an Berlinerinnen und Berliner verschickt, die über 90 Jahre alt sind. Sie können sich die Taxikosten erstatten lassen - über das DRK Sozialwerk.
Das Impfzentrum, mit 80 Impfkabinen das größte der Hauptstadt, war als erstes gestartet - aber über Silvester bis einschließlich Sonntag geschlossen. Die Impfungen in Berlin haben am Sonntag nach Weihnachten begonnen. Bisher sind laut Robert-Koch-Institut gut 14 600 Menschen geimpft worden; vor allem in Pflegeheimen.
Für die übrigen Impfzentren in der Bundeshauptstadt mit rund 3,7 Millionen Einwohnern gibt es noch keine Öffnungstermine. „Wir könnten jederzeit loslegen“, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung. Es gebe aber nicht genügend Impfstoff.
Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wurde kurz vor Weihnachten in der EU zugelassen und wird seit einigen Tagen verabreicht. Allerdings gab es zuletzt ein Hin und Her, wie viele Dosen Deutschland und damit die Bundesländer in nächster Zeit erhalten.
Berlin hat nach offiziellen Angaben bislang 60 000 Dosen bekommen. Eine weitere Lieferung ist für Freitag angekündigt. Für jeden Patienten werden zwei Dosen benötigt.

Viele Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt

Gut jedes dritte Intensivbett auf den Intensivstationen der Berliner Krankenhäuser ist nach Senatsangaben mit Covid-19-Patienten belegt. Kliniken müssen deshalb planbare Eingriffe verschieben. Die Charité hatte schon vor Weihnachten auf ein reines Notfallprogramm umgestellt.
Auf dem Alexanderplatz haben am Samstag dennoch mehr als ein Dutzend Menschen ohne Abstand und teils ohne Maske zusammen gesungen und getanzt. Wie in einem auf Twitter verbreiteten Video zu sehen ist, bildeten die Männer und Frauen eine Polonaise und bewegten sich zu einem Lied mit der Textzeile „Ein bisschen SARS muss sein“ nach der Melodie von „Ein bisschen Spaß muss sein“. Ein Polizeisprecher bestätigte den Vorfall.