Das Lichterspektakel „Christmas Garden“ im Botanischen Garten in Berlin-Lichterfelde fällt in diesem Jahr aus. Auch das Schwester-Event „Weihnachten im Tierpark“ in Friedrichsfelde findet in diesem Jahr nicht statt, wie es in einer Mitteilung der Deutschen Entertainment AG am Donnerstag hieß. Als Gründe werden der starke Anstieg der Corona-Infektionszahlen und die Sicherheit der Mitarbeiter sowie der Besucher angeführt.
Im „Christmas Garden“ wurden im vergangenen Jahr 150.000 Besucher gezählt, sagte ein Sprecher. Bei „Weihnachten im Tierpark“ seien es rund 100.000 Besucher gewesen. Für dieses Jahr bereits gekaufte Tickets können zurückerstattet werden - wer seines bis nächstes Jahr behält, erhält einen Glühwein umsonst. Die „Christmas Garden“-Events an allen anderen Standorten in Deutschland und in Spanien wurden ebenfalls abgesagt. Das Event in Großbritannien soll stattfinden.

Droht Absage der Weihnachtsmärkte?

Die Weihnachtsmarktbetreiber bangen indes weiter: Nach der Bund-Länder-Schalte am Mittwoch mit weitreichenden Beschlüssen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hoffen die Betreiber des Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz, dass es allerhöchstens zu einer geringfügigen Verschiebung der Eröffnung der Märkte kommt.
„Sollten die Weihnachtsmärkte abgesagt werden, würde für viele Schausteller die wichtigste und längste Festperiode wegfallen“, sagte der Vorsitzende des Berliner Schaustellerverbandes, Michael Roden, am Donnerstag. Das Jahresende sei für sie die Chance, bisherige Verluste aus diesem Jahr wettzumachen. Der Verband veranstaltet den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz.
Die Betreiber des Weihnachtsmarktes Lucia in der Kulturbrauerei wollen die Hoffnung auch nicht aufgeben. Man konzentriere sich jetzt darauf, das Gesamtkonzept auf einen Beginn Anfang Dezember umzuarbeiten, sagte Veranstalter Michael Wiegner und  forderte zugleich Planungssicherheit vom Senat. Wenn die Märkte auch Anfang Dezember nicht starten könnten, würden sie sich nicht mehr lohnen. Auch dürfe die erlaubte Teilnehmerzahl nicht unter 1000 liegen, sagte Wiegner. Beide Märkte sollten ursprünglich am 23. November eröffnen.
In der vergangenen Woche hatte Veranstalter Helmut Russ die Absage des traditionellen Weihnachtsmarktes auf dem Berliner Gendarmenmarkt bekanntgegeben. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken seien angesichts steigender Neuinfektionen unkalkulierbar geworden. Man wolle nicht Gefahr laufen, den Markt sofort nach Eröffnung wieder schließen zu müssen. Den wirtschaftlichen Schaden schätzte Russ auf 22 bis 25 Millionen Euro. 2019 besuchten rund 900 000 Menschen den Markt, darunter viele Touristen.