Die Polizei war auch in der zweiten Nacht mit neuer Sperrstunde in Berlin damit beschäftigt, Kneipen zu schließen. „Wir kontrollieren die Corona-Verstöße derzeit im Rahmen unseres normalen Dienstes. Schwerpunkteinsätze gibt es an diesem ersten Wochenende noch nicht“, sagte eine Berliner Polizeisprecherin am Sonntag. Genaue Zahlen zu den Verstößen und den eingesetzten Beamten lagen demnach zunächst nicht vor.
Mehrere größere Menschenansammlungen wurden aufgelöst, teilte die Polizei per Twitter mit. So seien 50 Menschen bei einem Spätverkauf am Kottbusser Tor entdeckt worden und 20 vor einer Bar in Friedrichshain. Im Freien dürfen sich nach der neuen Infektionsschutzverordnung von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr nur noch fünf Personen versammeln.
Ebenfalls in Friedrichshain wurde die Polizei aus einer großen Gruppe heraus mit Eiern beworfen. „Die Kollegen wurden aber nicht getroffen“, sagte die Sprecherin. Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagte am Samstag in der RBB-Abendschau, es brauche erfahrungsgemäß etwas Zeit, bis die Regelung ankomme. „Ich glaube, dass sich das in den nächsten Tagen rumspricht.“ Es werde sicherlich Schwerpunkteinsätze geben.
Die neue Infektionsschutzverordnung ist in der Nacht zum Samstag in Kraft getreten. Neben einer Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr dürfen bei privaten Zusammenkünften in geschlossenen Räumen nur noch höchstens 10 statt bisher 25 Teilnehmer zusammenkommen.

Unterstützung der Gastronomie in Berlin geplant

Nach dem Start der Sperrstunde stellt die Berliner Politik Wirten mit finanziellen Einbußen Hilfen in Aussicht. Ein Unterstützungsprogramm solle bereits Anfang der Woche im Senat beschlossen werden, teilte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) mit. Eckpunkte sind demnach bereits erarbeitet, auch am Wochenende liefen die Abstimmungen in den beteiligten Verwaltungen. Der Senat habe verabredet, „für die Betriebe der Schankwirtschaft, die nachweislich finanzielle Umsatzeinbußen durch die neuen Schließungszeiten erleiden, Unterstützung zu leisten“, erklärte Pop.

Eilantrag der Gastronomen gegen Sperrstunde

Das Programm soll an bereits bestehende anknüpfen, vermutlich soll es einen Mietzuschuss bis zu 3000 Euro geben. Details zu den Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Hilfen und dem geplanten Gesamtvolumen wurden zunächst nicht bekannt. Ende vergangener Woche hatten mehrere Gastronomen einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht, um gegen die aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Maßnahme vorzugehen. Eine Entscheidung soll laut Gericht wohl in dieser Woche fallen.