Ein neuartiger Corona-Stufenplan für Berlins Schulen legt fest, welche Einschränkungen und Maßnahmen bei einer weiteren Zunahme der Infektionszahlen vorgesehen sind - bis hin zur erneuten Aufgabe des bisherigen Regelunterrichts. Das kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag an. Er soll ab Ende der Herbstferien gelten.
Der Stufenplan wurde in Anlehnung an die Corona-Ampel der Gesundheitsverwaltung im Hygienebeirat entwickelt, den Senatorin Sandra Scheeres zu Beginn des Schuljahres einberufen hatte, wie die Bildungsverwaltung mitteilte.

Vier Farben, vier Stufen

Er unterscheidet zwischen vier, nach Farben unterschiedenen Stufen. Grün steht für den üblichen Regelunterricht bei geringem Infektionsgeschehen, Gelb für Regelunterricht mit verstärkten Hygienevorkehrungen. Dabei ist beispielsweise in der Oberstufe anders als bisher eine Mund-Nasen-Bedeckung auch im Unterricht zu tragen, im Lehrerzimmer ebenfalls.
Orange steht auch noch für Regelbetrieb mit verstärkten Hygienemaßnahmen. Dann gilt etwa eine Maskenpflicht in der gesamten Schule, auch unter Überdachungen im Freien. Arbeitsgemeinschaften sowie Religions- und Weltanschauungsunterricht, bei dem Schüler aus verschiedenen Klassen zusammenkommen, sollen dann nicht mehr stattfinden.

Unterschiedliche Stufenpläne für unterschiedliche Schulen

Rot bedeutet laut Bildungsverwaltung, dass bei hohen Infektionszahlen kein Regelunterricht mehr stattfindet, sondern eine Kombination aus schulisch angeleitetem Lernen zu Hause und Präsenzunterricht wie zuletzt vor den Sommerferien. Klassenverbände oder Lerngruppen werden wieder geteilt und nur noch als feste Gruppen betreut, um so das Infektionsrisiko zu senken. Es gibt jeweils für Grundschulen, weiterführende und die beruflichen Schulen einen eigenen Stufenplan.
„Der Infektionsschutz an unseren Schulen hat für mich Priorität“, sagte Scheeres. „Der Stufenplan gibt den Schulen Handlungssicherheit und dient als Grundlage für ein berlinweit abgestimmtes Vorgehen.“
Jede Schule soll jeweils einer Stufe zugeordnet werden - unter anderem auf Grundlage des allgemeinen Infektionsgeschehens im Bezirk im Fall der Grundschulen beziehungsweise in Berlin bei den weiterführenden und beruflichen Schulen. „Berücksichtigt werden die konkrete schulische Infektionslage und die Rahmenbedingungen einer Schule“, so die Bildungsverwaltung. „Es erfolgt eine Prüfung für jede einzelne Schule durch das jeweils zuständige bezirkliche Gesundheitsamt und die Schulaufsicht.“ Am Ende entscheide das Gesundheitsamt einmal in der Woche, jeweils donnerstags.