Bei der Berliner S-Bahn gibt es seit Donnerstag erhebliche Probleme, weil ein Zug im Bahnhof Friedrichstraße aus dem Gleis sprang. Der Verkehr im Tunnel der Nord-Süd-Linien wurde am frühen Morgen unterbrochen. Am Abend wurde zwar ein Gleis wieder freigegeben, der S-Bahn-Verkehr blieb aber stark eingeschränkt. Noch mindestens bis zum Betriebsstart am Samstag werde das so bleiben, sagte ein Bahnsprecher am Donnerstagabend. Zunächst müsse der entgleiste Zug abgeschleppt und daraufhin die Infrastruktur repariert werden.

S1, S2, S25 und S26 in Berlin halten aktuell nicht im Bahnhof Friedrichstraße

Betroffen sind die Linien S1, S2, S25 und S26. Zwischen den Bahnhöfen Potsdamer Platz und Nordbahnhof fährt seit Donnerstagabend lediglich die Linie S1 wieder im 20-Minuten-Takt, allerdings ohne Halt im Bahnhof Friedrichstraße. Für die anderen drei Linien ist der Streckenabschnitt weiterhin vollständig gesperrt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde zwischen den beiden Stationen eingerichtet.
Die S-Bahn empfahl Fahrgästen, den gesperrten Abschnitt mit der Ringbahn, über die Stadtbahn oder per U-Bahn oder Regionalzug zu umfahren.

Die Ursache für die Entgleisung der S-Bahn ist noch unklar

Warum der Zug entgleiste, ist noch unklar. Fachleute versuchten am Nachmittag, den betroffenen Wagen mit Hilfe hydraulischer Pumpen wieder aufs Gleis zu heben. Währenddessen ist das zweite Gleis durch einen Hilfszug belegt. Noch ist auch unklar, wie groß die Schäden an der Stromversorgung sind.
30 Fahrgäste waren nach Angaben der Bundespolizei in der Nacht zu Donnerstag im Zug der Linie S2, als der Wagen entgleiste; sie blieben demnach unverletzt. Der Zug fuhr noch vollständig in den Bahnhof ein. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass er durch Einwirkung Dritter zum Entgleisen gebracht worden sein könnte.
Die Bundespolizei sucht nun die Fahrgäste, die die S-Bahn in der Nacht verlassen haben oder die am Bahnsteig Zeuge wurden. Sie sollen Fragen für die Ermittlungen mit der Eisenbahnuntersuchungsstelle des Bundes beantworten.