Im Kampf gegen die Drogenkriminalität in Berlin will die Staatsanwaltschaft nicht nur im Görlitzer Park, sondern in der ganzen Stadt den Druck auf Täter erhöhen und stärker sanktionieren. Das kündigten am Donnerstag Generalstaatsanwältin Margarete Koppers und der Leiter der Berliner Staatsanwaltschaft, Jörg Raupach, an. Künftig soll wieder jeweils ein Staatsanwalt oder eine Staatsanwältin für einen der sogenannten Brennpunkttäter zuständig sein. Somit sollen nicht nur Drogendelikte, sondern etwa auch Beleidigung, Raub oder Körperverletzung gebündelt und in einer Hand verfolgt werden. Dies sei eine täterorientierte Strategie, die abschrecken solle.

Staatsanwaltschaft kontert Andreas Geisel

Koppers betonte, die Staatsanwaltschaft sei nicht verlängerter Arm der Polizei oder gar Vollstrecker polizeilicher Vorstellungen, sie habe vielmehr eine gesetzliche Kontroll- und Filterfunktion. Die Generalstaatsanwältin reagierte damit auf Äußerungen von Innensenator Andreas Geisel (SPD), der zuletzt mehr Bemühungen der Staatsanwaltschaft gefordert hatte. „Ein Staatsanwalt für den Görlitzer Park, so wie wir es vom Alexanderplatz kennen, wäre hilfreich, um der Kriminalität auf allen Ebenen entschlossen entgegenzutreten“, hatte Geisel in der Vorwoche gesagt.
Kritik nehme man gern auf, sagte Raupach. Die Staatsanwaltschaft habe gerade in der vergangenen Woche mit der Polizei erörtert, wie die Drogen- sowie Begleitkriminalität am Görlitzer Park besser in den Griff zu bekommen sei. Es gebe aber viele Brennpunkte der Drogenkriminalität. Hierzu sollen künftig zwei Vertreter der Staatsanwaltschaft für die Polizei Ansprechpartner sein.
Als solche gelten etwa der gesamte Bereich zwischen Kottbusser Tor, Görlitzer Park und Wrangelkiez in Kreuzberg sowie dem RAW-Gelände in Friedrichshain, die Hasenheide in Neukölln sowie die U-Bahnlinie 8 zwischen Neukölln und Wedding.