Der Großbrand in einer metallverarbeitenden Fabrik im Süden Berlins ist nach mehr als 15 Stunden von der Feuerwehr gelöscht worden. „Das Feuer ist seit 11:30 Uhr aus. Die Warnmeldungen über KatWarn und NINA wurden soeben zurückgenommen“, twitterte die Feuerwehr am Freitag. Die weiteren Arbeiten, die Analyse ausgetretener Chemikalien und das Ableiten des zum Teil giftigen Löschwassers könnten aber noch lange dauern. „Es ist durchaus denkbar, dass wir noch bis morgens vor Ort sein werden“, hatte ein Feuerwehrsprecher am Freitagvormittag gesagt.

Großeinsatz der Feuerwehr

Ein Mitarbeiter eines Energieversorgungsunternehmens wurde während seiner Tätigkeit vor Ort leicht verletzt, so die Feuerwehr. Die Ursache des Feuers war vorerst unklar.
Bis zu 170 Feuerwehrleute seien in der Nacht gleichzeitig im Einsatz in der Motzener Straße gewesen. Wegen der langen Löscharbeiten und auch wegen der Kälte hätten die Einsatzkräfte immer mal wieder abgelöst werden müssen, so dass insgesamt mehr als 300 Feuerwehrleute dort waren. Viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren wurden alarmiert.
Schwierig sei auch der Umgang mit dem Löschwasser, das verschmutzt sei, nicht ins Abwasser gelangen dürfe und wieder aufgefangen werden müsse. Dazu wurden auch Sandsäcke ausgelegt.

Feuer seit Donnerstag

Am Donnerstagabend war das Feuer in dem Industriegebiet ausgebrochen. Der Alarm ging um 20.03 Uhr bei der Feuerwehr ein. Zunächst gerieten 2000 der 5000 Quadratmeter großen Fabrikhalle in Brand. In der Nacht brannte die ganze Halle, darunter auch Bäder mit Chemikalien. „Das Feuer geht von einem Chemie-Bad ins nächste über“, sagte ein Sprecher.
Eine Schadstoffwolke sei aus der Halle entwichen, so die Feuerwehr. Messungen zufolge sei der entstehende Rauch trotz des beißenden Geruchs nicht gesundheitsgefährdend. Grenzwerte seien nicht überschritten worden. Der Rauch sei zudem eher in unbewohnte Gebiete abgezogen. Die Anwohner wurden jedoch dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch Klimaanlagen sollen ausgeschaltet werden. 62 Anwohner aus einem Wohnhaus in der Nachbarschaft wurden in ein Hotel gebracht.