Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nimmt Berlin in diesem und im folgenden Jahr deutlich weniger Steuern ein als ursprünglich erwartet. Wie schon in der Mai-Steuerschätzung prognostiziert seien die Auswirkungen von Pandemie und Kontaktbeschränkungen auf die Steuerentwicklung gravierend, wie die Finanzverwaltung am Freitag mitteilte. Allerdings habe sich die Prognose nach der neuen Steuerschätzung nicht noch weiter verschlechtert.

Ein Minus von 406 Millionen Euro im Jahr 2021

Nach den aktuellen Zahlen kann Berlin mit Einnahmen aus Steuern und Allgemeinen Bundesergänzungszuweisungen von rund 21,7 Milliarden im laufenden Jahr und rund 23,1 Milliarden für 2021 rechnen. Gegenüber den Daten aus dem Mai ist das ein Plus von rund 613 Millionen Euro in 2020 und ein Minus von rund 406 Millionen Euro im Jahr 2021. Gegenüber dem ursprünglichen Haushalt 2020/2021 betragen die Mindereinnahmen rund 2,431 Milliarden Euro (2020) und rund 2,054 Milliarden Euro (2021).
„Es ist erfreulich, dass sich die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland etwas besser darstellt, als dies im Frühjahr auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie erwartet worden war“, kommentierte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) die Daten. „Wir sehen aktuell in den Wirtschaftsprognosen und in der Steuerschätzung eine etwas bessere Entwicklung in diesem Jahr, also einen weniger tiefen Einbruch als bisher erwartet.“ Für das Folgejahr werde aber eine etwas schwächere Entwicklung erwartet.