Mehr als zwei Millionen Jungaale sind am Donnerstag in der Havel, der Spree und der Dahme ausgesetzt worden. Mit der jährlichen Aktion soll der Aalbestand in Berliner Gewässern gesichert werden, wie die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr mitteilte. Die Kosten dafür liegen bei 130 000 Euro, davon sind 67 500 Euro Fördermittel der Europäischen Union. Die gut zwei Millionen nur wenige Zentimeter großen sogenannten Glasaale, wie die Jungtiere heißen, sind auf einer Gewässerfläche von 4575 Hektar verteilt worden. Der Aalbestand ist der Senatsverwaltung zufolge in Berlin stark zurückgegangen.

Natürliche Wege versperrt

Grund für diese Maßnahme ist, dass den Jungaalen der natürliche Weg aus dem Westatlantik in die europäischen Flüsse durch zahlreiche Wehre und Schleusen versperrt ist. Weil Aale nicht gezüchtet werden können, werden die Jungtiere deshalb an der westeuropäischen Küste gefangen und in den Berliner Gewässern ausgesetzt, so die Umweltverwaltung.
Der Europäische Aal hat den Angaben zufolge eine wichtige ökologische Funktion. Er trägt unter anderem zur Wasserreinhaltung bei und zur Verringerung gebietsfremder Flusskrebsarten. Darüber hinaus gehört er laut der Berliner Umweltverwaltung zu den wirtschaftlich bedeutendsten Fischarten der Fluss- und Seenfischerei.