Der Chef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), Engelbert Lütke Daldrup, hat sich erneut für eine Teilentschuldung für das Unternehmen seitens der Gesellschafter ausgesprochen. „Die riesigen coronabedingten Einnahmeausfälle bekommen wir nicht ohne Hilfen in den Griff“, sagte Lütke Daldrup am Freitag vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus zum neuen Zentralflughafen BER. „Allein aus eigener Kraft ist weder in noch nach der Pandemie ein positives Betriebsergebnis zu erreichen. Deshalb werbe ich für eine Teilentschuldung der FBB, damit wir wieder Mitte der 20er Jahre schwarze Zahlen schreiben können.“
Lütke Daldrup geht davon aus, dass aufgrund des Einbruchs des Luftverkehrs in der Corona-Krise am Flughafen in der Hauptstadtregion Einbußen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro bis 2025 anfallen. Bereits im vergangenen Jahr steuerten die Gesellschafter - der Bund sowie die beiden Länder Berlin und Brandenburg - deshalb 300 Millionen Euro bei. Rund zwei Drittel davon flossen als Darlehen. Für das laufende Jahr genehmigte der Aufsichtsrat im Oktober die Aufnahme von Gesellschafterdarlehen von bis zu 552 Millionen Euro.

Eine Millionen Euro fehlen pro Tag

Jeden Tag fehle eine Million Euro an Einnahmen, sagte Lütke Daldrup erneut. Er ließ offen, wie viel Geld sich das Unternehmen von seinen Eigentümern wünscht. In den vergangenen Tagen war in Medien unter Berufung auf Aufsichtsratsunterlagen von mehr als 3,5 Milliarden Euro an Bürgschaften und Eigenkapitalzuführungen die Rede. Lütke Daldrup betonte, dass die Größenordnung einer Teilentschuldung deutlich darunter liege.
Der BER war Ende Oktober vergangenen Jahres mit neun Jahren Verspätung fertiggestellt worden.
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